Telegram in Indien blockiert: 150 Millionen Nutzer ohne Verbindung

Telegram in Indien blockiert: 150 Millionen Nutzer ohne Verbindung

Die indische Regierung hat im Rahmen der Bekämpfung von Prüfungsbetrug ein vorübergehendes Verbot des Messengers Telegram verhängt. Der High Court von Neu-Delhi wies die Berufung der Plattform gegen diese Einschränkung ab. Infolgedessen verloren über 150 Millionen Nutzer in einem der weltweit größten Märkte den Zugang zum beliebten Dienst. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten berichtet.

Diese drastische Maßnahme wurde durch nationale Aufnahmeprüfungen für medizinische Hochschulen im Land ausgelöst. Zuvor waren Prüfungsergebnisse aufgrund von Vorwürfen über durchgesickerte Fragen annulliert worden. Angesichts der Besorgnis, dass bestimmte Kanäle im Messenger kommende Prüfungsfragen verkauften, entschied das indische Ministerium für Informationstechnologie, die Sperre bis zum 22. Juni aufrechtzuerhalten.

Gerichtsentscheidung und Reaktion der Tech-Giganten

Laut ixbt.com befand Richter Tejas Karia die Entscheidung der Regierung für rechtmäßig und in voller Übereinstimmung mit den festgelegten Vorschriften. Innerhalb weniger Stunden nach Bekanntgabe des Verbots entfernten lokale Telekommunikationsunternehmen sowie Giganten wie Google und Apple die Telegram-App aus ihren Stores und schränkten den Zugriff ein.

Telegram-Gründer Pavel Durov kritisierte die Situation scharf. Seiner Meinung nach kämen solche Maßnahmen einer Bestrafung von Millionen unschuldiger Nutzer gleich. Durov betonte, dass das Problem der Leaks von Prüfungsmaterialien bereits auf andere Plattformen übergegangen sei und die Blockierung eines einzigen Dienstes das Problem nicht lösen werde.

Die Situation verschärfte sich, als die Auswirkungen der Blockierung aufgrund von BGP hijacking durch das indische Telekommunikationsunternehmen Reliance auch über die Landesgrenzen hinausgingen. Infolgedessen hatten auch Millionen von Nutzern in den VAE und anderen benachbarten Regionen Probleme beim Zugriff auf den Messenger.

Die Telegram-Administration erklärte ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Regierung und gab bekannt, dass über 900 Links gelöscht wurden, die illegale Inhalte im Zusammenhang mit den Prüfungen verbreiteten. Dennoch beabsichtigt das offizielle Delhi, die Einschränkungen nicht zu lockern, bis die Prüfungsprozesse vollständig abgeschlossen sind.

Dieses Ereignis ist ein weiterer Beweis dafür, dass Staaten ihre Kontrolle über digitale Plattformen in der globalen Technologiewelt verstärken. In Anbetracht der Tatsache, dass Telegram auch für Nutzer in Usbekistan das wichtigste Kommunikationsmittel ist, könnten solche Blockaden in großen Märkten die allgemeine Stabilität und internationale Politik der Plattform erheblich beeinflussen.

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