Cambridge-Wissenschaftler entwickeln umweltfreundliche Batterie aus Grünalgen

Forscher der University of Cambridge haben in Zusammenarbeit mit der Biodesignerin Lucia Giron Prototypen eines innovativen Geräts vorgestellt, das Strom mithilfe lebender Cyanobakterien (Blaualgen) anstelle herkömmlicher chemischer Elemente erzeugt. Laut ixbt.com könnte diese Entwicklung namens Biocell in Zukunft eine umweltfreundliche Alternative für Elektronik mit geringem Stromverbrauch werden. Dies berichtet Ixbt.com .
Diese Technologie nennt sich Biophotovoltaik und ermöglicht die direkte Gewinnung elektrischer Energie durch photosynthetisierende Mikroorganismen. Während der Photosynthese wandeln Algen nicht nur Sonnenlicht in chemische Energie um, sondern erzeugen gleichzeitig auch elektrischen Strom. Für ihre Lebensaktivität werden lediglich Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid benötigt.
Umweltfreundliche Alternative und Nachhaltigkeit
Die Entwickler betonen, dass die Stromerzeugung auch nach Sonnenuntergang nicht stoppt. Dank natürlicher Stoffwechselprozesse in der Zelle produziert die Batterie weiterhin Energie. Dies ist ein völlig neuer Ansatz im Vergleich zu herkömmlichen Technologien.Wissenschaftlern zufolge werden solche Biozellen dazu beitragen, die Abhängigkeit von Lithium und anderen seltenen Materialien zu verringern, die der Umwelt schweren Schaden zufügen. Dies ist besonders brisant vor dem Hintergrund des Problems von Milliarden Einwegbatterien, die jährlich auf Mülldeponien landen.
Praktische Tests und Perspektiven
Die Forscher stellen fest, dass die Technologie ihre Lebensfähigkeit bereits unter Beweis gestellt hat. Unter Laborbedingungen werden Algen seit über sechs Jahren kontinuierlich zur Stromerzeugung genutzt. Heute hat das Team mehrere voll funktionsfähige Geräte mit Biozellen entwickelt.Zu diesen Geräten gehören elektronische Uhren, Temperatursensoren sowie ein Überwachungssystem für Zimmerpflanzen. Dieses System verfolgt Lichtverhältnisse, Lufttemperatur und Bodenfeuchtigkeit und überträgt die Daten an eine mobile App. Um die Technologie auf den Markt zu bringen, wurde ein Startup namens e-Pho gegründet, das Partner für die Kommerzialisierung sucht.
Bislang sind die Möglichkeiten der Technologie auf energiearme Geräte beschränkt. Vom Ersatz von Akkus in Smartphones oder Laptops ist noch nicht die Rede. Dennoch sind Wissenschaftler überzeugt, dass die Biophotovoltaik zu einer vielversprechenden Richtung für die Entwicklung umweltfreundlicher Energiequellen werden wird.

















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