Das Herz von Mumbai: Eine Reise durch 130 Jahre BMC-Hauptquartier und Stadtgeschichte

Im Rahmen einer laufenden internationalen Medientour durch Indien erreichte unsere Delegation Mumbai, die Finanz- und Industriehauptstadt des Landes. Einer der zentralen Programmpunkte war ein Treffen und ein spezielles Briefing im Hauptsitz der Brihanmumbai Municipal Corporation (BMC), einer der größten Stadtverwaltungen der Welt.
Ein architektonisches Meisterwerk und technisches Wunder
Das 1893 nach Entwürfen des berühmten englischen Architekten Frederick William Stevens fertiggestellte prachtvolle Gebäude vereint indo-sarazenische und neugotische Stilelemente. Direkt gegenüber befindet sich der berühmte Bahnhof Chhatrapati Shivaji (CST), der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
Bemerkenswerte Merkmale des Gebäudes:
Höhe und innere Kuppel: Der zentrale Turm und die äußere Kuppel ragen fast 72 Meter (235 Fuß) in die Höhe. Im Inneren wurde eine zweite, innere Kuppel mit einer Höhe von 50 Metern konstruiert, die für eine spezielle Akustik und Luftzirkulation sorgt.
Historischer hydraulischer Aufzug und geheimes Archiv: Unter der Kuppel befindet sich ein geheimes Archiv der Regierung. Zudem wurden vor etwa 130 Jahren zwei riesige Wassertanks mit je 10.000 Gallonen Fassungsvermögen errichtet, um einen hydraulischen Aufzug zu betreiben, der ohne Strom funktionierte.
Unterschreitung des Budgets: Der Bau begann am 23. April 1889 und wurde im Juli 1893 abgeschlossen. Erstaunlicherweise beliefen sich die tatsächlichen Kosten dank präziser Kalkulation und der Arbeit lokaler indischer Handwerker auf 11 Lakh und 19.000 Rupien, obwohl 11 Lakh und 88.000 Rupien veranschlagt waren – das Projekt blieb also unter dem Budget.
Die Realität in Mumbai: 20 Millionen Einwohner tagsüber, 13 Millionen nachts
Während des Briefings legten Stadtbeamte und Ingenieure die demografischen und infrastrukturellen Fakten Mumbais offen.
„Schwimmende“ Bevölkerung: Obwohl die offiziell registrierte Einwohnerzahl bei etwa 13 Millionen liegt, pendeln täglich über 7 Millionen Menschen mit Zügen und öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Umland ins Zentrum. Dadurch steigt die Bevölkerungszahl tagsüber auf über 20 Millionen an. Das tägliche Leben der Stadt hängt vom Betrieb von 3.200 Nahverkehrszügen und Bussen ab.
Begrenzter Raum und Dharavi: Mumbai bestand ursprünglich aus sieben Inseln, die später miteinander verbunden wurden. Aufgrund des begrenzten Platzes wächst die Stadt nicht in die Breite, sondern durch Wolkenkratzer in die Höhe. Für die Sanierung dicht besiedelter Gebiete wie Dharavi wurde eine spezielle staatliche Agentur (SRA) gegründet, die die Bewohner schrittweise in sichere, moderne Hochhäuser umsiedeln soll.
Kampf gegen Naturkatastrophen und Regenfälle: Neue Systeme
Mumbai ist jedes Jahr während der Monsunzeit dem Risiko von Überschwemmungen, Zyklonen und dem Anstieg des Meeresspiegels ausgesetzt. Die Katastrophenschutzbehörde der Stadt hat weltweit führende Praktiken eingeführt:
„Brimstowad“ und unterirdische Wasserspeicher: Während das städtische Entwässerungssystem früher nur 25 mm Regen pro Stunde bewältigen konnte, wurde dieser Wert dank neuer Pumpstationen und riesiger unterirdischer Rückhaltebecken auf 50 mm pro Stunde erhöht. Das gesammelte Wasser wird aufbereitet und sicher ins Meer geleitet.
Klimabudget: Mumbai ist nach London, Oslo und New York die vierte Großstadt der Welt, die ein eigenes „Klimabudget“ verabschiedet hat. Seit 2022 richten 27 städtische Abteilungen alle Bau- und Verkehrsprojekte am Klimaplan der Stadt aus.
Schnelles Sicherheitsnetzwerk: In der ganzen Stadt sind rund 5.000 moderne intelligente Überwachungskameras installiert. In jedem Bezirk arbeiten Notfallzentren und Gesundheitsabteilungen rund um die Uhr, und für die Bevölkerung wurde die einheitliche Notrufnummer 1916 eingerichtet.
Die Architektur Mumbais, seine reiche Geschichte und das Managementsystem, das selbst unter schwierigsten Bedingungen die Sicherheit von Millionen Menschen gewährleistet, wecken bei jedem Besucher großes Interesse.
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