Rückkehr von Ukrainern aus dem Ausland: Offizier stellt umstrittenen Vorschlag vor

Rückkehr von Ukrainern aus dem Ausland: Offizier stellt umstrittenen Vorschlag vor

Ein Offizier des 413. „RAID“-Regiments der Ukraine hat vorgeschlagen, Wehrpflichtige, die ins Ausland geflohen sind, gewaltsam ins Land zurückzubringen und einige ihrer Bürgerrechte einzuschränken. Seine Äußerungen über die „Behandlung wie Leibeigene“ könnten heftige Debatten auslösen.

Es gibt jedoch eine wichtige Nuance: Dies ist keine offizielle Initiative der ukrainischen Regierung oder der Streitkräfte, sondern die persönliche Ansicht eines einzelnen Soldaten in einem Interview.

Welchen Vorschlag hat der Offizier gemacht?

Laut einem von UNIAN zitierten Zitat erklärte ein Soldat mit dem Rufnamen „Chirurg“ (Chirurg), dass ein Teil der Ukrainer im Ausland ins Land zurückgebracht werden müsse.

Er brachte die Idee vor, Wehrflüchtlingen das Wahlrecht zu entziehen und ihre Arbeitskraft nach ihrer Rückkehr in die Ukraine im Interesse des Staates zu nutzen.

Darüber hinaus verwendete der Offizier bei der Äußerung seiner Ansichten diskriminierende Vergleiche gegenüber Vertretern anderer Nationalitäten und Rassen.

Seiner Meinung nach sollte die Ukraine ausländische Partner um Hilfe bei der Rückführung von Bürgern bitten, die sich dem Wehrdienst entzogen haben.

Der offizielle Telegram-Kanal des 413. Regiments bestätigt die Veröffentlichung des Interviews mit „Chirurg“. Dort wird offen erwähnt, dass das Thema „Aufnahme einer Million Pakistanis oder Rückgabe einer Million wehrflüchtiger Ukrainer“ diskutiert wurde. Im Beitrag des Kanals wurden jedoch nicht alle im Interview geäußerten Sätze wörtlich zitiert.

Was bedeutet der Begriff „Leibeigener“?

Leibeigenschaft ist ein historisches System, in dem die persönliche Freiheit eines Menschen eingeschränkt und seine Arbeit sowie sein Wohnort unter die Kontrolle einer anderen Person oder Struktur gestellt werden.

Daher ist die Verwendung eines solchen Begriffs in Bezug auf moderne Bürger nicht nur ein Vorschlag für eine harte Bestrafung. Sie wirft ernsthafte Fragen zu Menschenrechten, persönlicher Freiheit und der Haltung des Staates zu seinen Bürgern auf.

Die Aussage des Offiziers sollte nicht als rechtliche Initiative oder gefasster Beschluss gewertet werden, sondern als scharfe politische Ansicht vor dem Hintergrund von Krieg und Mobilmachung.

Kann das Wahlrecht aberkannt werden?

Gemäß Artikel 70 der Verfassung der Ukraine haben ukrainische Bürger, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, das Wahlrecht. Dort ist festgelegt, dass nur Bürger, die von einem Gericht für geschäftsunfähig erklärt wurden, nicht an Wahlen teilnehmen dürfen.

Einem Bürger das Wahlrecht automatisch zu entziehen, nur weil er im Ausland lebt oder Verstöße in Bezug auf die Wehrüberwachung begangen hat, ist in der geltenden Verfassungsnorm nicht vorgesehen.

Außerdem legt die Verfassung der Ukraine fest:

  • alle Menschen sind an Würde und Rechten gleich;

  • die Aufhebung von Verfassungsrechten ist nicht zulässig;

  • Einschränkungen aufgrund von Rasse, Hautfarbe, sozialer Herkunft oder Wohnort sind verboten.

Daher ist die Umsetzung des vom Offizier geäußerten Vorschlags keine Angelegenheit, die durch einen einfachen Regierungsbeschluss gelöst werden kann. Sie würde auf ernsthafte verfassungsrechtliche und menschenrechtliche Hindernisse stoßen.

Auch eine gewaltsame Rückführung aus dem Ausland ist nicht einfach

Es gibt in der Ukraine Fälle, in denen bestimmte Bürger, die die Grenze illegal überschritten haben, über Nachbarländer zurückgebracht werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jeder wehrpflichtige Ukrainer im Ausland automatisch abgeschoben wird.

Auch der ukrainische Abgeordnete Jurij Kameltschuk erklärte, dass die massenhafte Rückführung von Bürgern aus dem Ausland gegen ihren Willen praktisch unmöglich ist. Ihr Status hängt von den Gesetzen des Aufnahmelandes, den internationalen Schutzverfahren und den Umständen der Ausreise jeder einzelnen Person ab.

Daher geht der Vorschlag des Offiziers, ausländische Partner sollten alle Bürger zurückgeben, vorerst nicht über einen politischen Aufruf hinaus.

Persönliche Meinung ist keine offizielle Position

Das 413. „RAID“-Regiment operiert innerhalb der Kräfte für unbemannte Systeme der Ukraine. Die offizielle Seite des Regiments stellte „Chirurg“ als Offizier vor, der seit 2014 an militärischen Operationen teilnimmt.

Aber seine Ansichten im Interview sind:

  • kein Dekret des ukrainischen Präsidenten;

  • kein offizieller Plan der Regierung;

  • kein dem Parlament vorgelegter Gesetzentwurf;

  • sie spiegeln nicht die Position aller Mitglieder der Streitkräfte wider.

Es ist verständlich, dass die Frage der Gerechtigkeit zwischen den Frontsoldaten und den ins Ausland gegangenen Personen in einer Kriegsgesellschaft schmerzhaft ist. Aber jede Lösung muss auf den Prinzipien von Recht und Gleichheit basieren, statt einen Menschen in rechtlose Arbeitskraft zu verwandeln oder aufgrund von Nationalität oder Rasse zu diskriminieren.

Sollten Ihrer Meinung nach die Strafen für diejenigen, die sich illegal dem Wehrdienst entziehen, verschärft werden, oder wären Anreizprogramme zu ihrer Rückkehr effektiver?

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