Ein prall gefüllter Beutel in Duschanbe und ein „Spektakel“ in Kiew: Uvarov deckt Spielmanipulationen auf

Ein prall gefüllter Beutel in Duschanbe und ein „Spektakel“ in Kiew: Uvarov deckt Spielmanipulationen auf

Der ehemalige Torhüter der sowjetischen Nationalmannschaft und des Vereins Dynamo Moskau Aleksandr Uvarov sprach in einem aufsehenerregenden Interview offen über Spielmanipulationen in der höchsten Liga der Sowjetunion, Geldübergaben in den Umkleidekabinen und bizarre Schiedsrichterentscheidungen.

Der legendäre Torhüter erinnerte sich, dass er während seiner Karriere nie an manipulierten Spielen teilnehmen wollte, aber manchmal unwissentlich in solche Partien verwickelt wurde.

Das „Spektakel“ in Kiew und 250 Rubel in der Umkleide

Uvarov erinnerte sich an die Hintergründe der 1:2-Niederlage gegen Dynamo Kiew wie folgt:

  • Ein „Spektakel“ auf dem Platz: „Bei unserer 1:2-Niederlage in Kiew passierte etwas Lächerliches. Gazzajew traf aus 40 Metern genau in den Winkel des gegnerischen Tores. Danach begann das eigentliche Spektakel — es wurden nacheinander unerklärliche Elfmeter gepfiffen;

  • Unbekannte Geldprämie: Nach dem Spiel drückte man mir in der Umkleidekabine 200 oder 250 Rubel in die Hand. Ich fragte verwundert: ‚Wofür ist das?‘ Mir wurde gesagt: ‚Frag nicht‘, und ich stellte keine weiteren Fragen;

  • Das 0:5-Debakel: Allerdings war die 0:5-Niederlage bei einem anderen Spiel in Kiew kein manipuliertes Spiel. Denn solche Spiele enden nicht mit einem so hohen und beschämenden Ergebnis“, sagte er.

Ein prall gefüllter Beutel in Duschanbe und ein Elfmeter an der Mittellinie

Der erfahrene Torhüter nannte die Reise nach Tadschikistan als eines der seltsamsten Spiele, bei denen die Schiedsrichter gekauft waren:

  • Ein großer Beutel voller Geld: „Als wir in Duschanbe ankamen, kam der gegnerische Torhüter Mannannikow mit einem riesigen Beutel in der Hand. Ich hatte in meinem Leben noch nie so viel Geld gesehen. Als er es mir brachte, sagte ich: ‚Das ist nicht meine Angelegenheit, geh zu den Jungs‘;

  • Schiedsrichter Timoschenko und eine unglaubliche Entscheidung: Am Ende landete der Beutel bei dem Hauptschiedsrichter Timoschenko aus Rostow. Danach pfiff der Unparteiische einen Elfmeter, der alles übertraf — er gab einen Strafstoß gegen uns, während der Ball gerade an der Mittellinie lag! An jenem Tag verloren wir 0:1.“

Das Angebot in Kutaissi und Malofejews Zorn

Während des Interviews wurden auch Erinnerungen der damaligen Spieler Boris Posdnjakow und Aleksej Prudnikow an den Verein Torpedo Kutaissi wach:

  • „Wollt ihr das Geld oder sollen wir es dem Schiedsrichter geben?“: Laut Posdnjakow wurden in Kutaissi jedem Spieler 500 Rubel angeboten, mit der Wahl: Entweder die Spieler nehmen das Geld, oder es wird den Schiedsrichtern gegeben, was ohnehin die Niederlage besiegeln würde. Nach einer Abstimmung wurde das Geld genommen;

  • Angriff auf den Ersatztorwart: Prudnikow erinnerte sich, dass Cheftrainer Eduard Malofejew nach der Niederlage in Kutaissi in der Umkleidekabine den Ersatztorwart beschuldigte: ‚Du bist der Kapitän, warum hast du das Spiel verkauft?‘;

  • Uvarovs Fazit: „Malofejew war ein sehr hitzköpfiger Mensch, der sofort mit dem Säbel rasselte. Aber insgesamt kann man in jenen Zeiten keine Eventualitäten oder zwielichtige Geschäfte völlig ausschließen“, schloss der ehemalige Torhüter.

Diese offenen Geständnisse über die sowjetische Meisterschaft zeigen, welche dunklen Machenschaften und Spielmanipulationen sich hinter der glänzenden Fassade des sowjetischen Fußballs verbargen.

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