Teenager, der 16-jähriges Mädchen tötete, vor Gericht überraschend freigesprochen

Teenager, der 16-jähriges Mädchen tötete, vor Gericht überraschend freigesprochen

In Malaysia hat ein Gericht ein Urteil gegen einen Jugendlichen gefällt, der den Tod seiner 16-jährigen Klassenkameradin in der Schule verursacht hat. Unter Berücksichtigung seines psychischen Zustands sprach das Gericht ihn vom Vorwurf des Mordes frei. Dies berichtete die BBC.

Die Tragödie ereignete sich an einer weiterführenden Schule in der Nähe von Kuala Lumpur. Der damals 14-jährige Jugendliche griff seine Klassenkameradin Yap Shing Syuan auf der Schultoilette an, woraufhin das Mädchen verstarb.

Während des Prozesses bestritt die Verteidigung die Beteiligung des Jugendlichen an dem Vorfall nicht. Die Anwälte betonten jedoch, dass er seit seiner Kindheit unter ernsthaften psychischen Problemen leide.

Ein vor Gericht aussagender Fachpsychiater gab bekannt, dass bei dem Jugendlichen Schizophrenie diagnostiziert wurde. Laut dem Experten zeigte er bereits seit seinem neunten Lebensjahr Anzeichen einer psychischen Erkrankung und halluzinationsähnliche Zustände.

Es wurde festgestellt, dass sich sein psychischer Zustand während der Pandemie sowie nach der Rückkehr in die Schule weiter verschlechtert habe. Die Anwälte erklärten, dass eine langfristige Behandlung und Medikamente notwendig seien, um die Symptome zu kontrollieren.

Am 14. September sprach das Gericht den Jugendlichen vom Vorwurf des Mordes frei. Dies bedeutet jedoch nicht, dass er sofort freigelassen wird. Das Gericht ordnete an, ihn in einer psychiatrischen Klinik unterzubringen und zu behandeln, bis er als bereit für ein eigenständiges Leben in der Gesellschaft eingestuft wird.

Sein psychischer Zustand wird regelmäßig, voraussichtlich jährlich, neu bewertet.

Da der Jugendliche minderjährig ist, wurde seine Identität gemäß der malaysischen Gesetzgebung nicht preisgegeben. Auch das Gerichtsverfahren fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Der Fall hat in Malaysia große öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Die Polizei hatte zuvor angedeutet, dass soziale Medien den psychischen Zustand des Jugendlichen beeinflusst haben könnten. Die spätere Verbreitung einer während der Ermittlungen gefundenen Notiz im Internet verstärkte die öffentliche Debatte zusätzlich.

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