Trump ändert seine Meinung über Selenskyj: „Er ist ein mutiger Mann“

Trump ändert seine Meinung über Selenskyj: „Er ist ein mutiger Mann“

US-Präsident Donald Trump hat seine Position zur Ukraine erneut geändert und die Handlungen von Wolodymyr Selenskyj unter Kriegsbedingungen positiv bewertet.

Während eines Treffens im Weißen Haus am 24. Juni mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte fragte Sky-News-Reporter Mark Stone Trump, ob Selenskyj in der aktuellen Lage die Oberhand gewinne.

„Er macht seine Sache nicht schlecht. Auf jeden Fall gibt er nicht auf. Auf beiden Seiten sterben sehr viele Menschen, aber ich denke, er bewältigt die Situation gut. Man muss zugeben, dass er ein mutiger Mann ist. Seine Waffen und seine Leute sind großartig. Sie sind echte Kämpfer“, sagte Trump.

Diese Aussage wird als ein weiterer bedeutender Wandel in der Haltung des US-Präsidenten gegenüber der Ukraine gewertet.

Einen Tag zuvor hatte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache die Ergebnisse der ukrainischen Langstreckenangriffe auf russisches Territorium zusammengefasst. Er sagte, dass aufgrund der Angriffe auf Ölraffinerien in über 60 Regionen Russlands Kraftstoffknappheit herrsche.

Selenskyj betonte, dass die russische Regierung Luftverteidigungssysteme verstärkt zum Schutz von Moskau und Waldai einsetze, was andere Teile des Landes schwäche.

Der ukrainische Staatschef sagte zudem, dass die Unterstützung der Partner notwendig sei, um Russland zum Frieden zu zwingen.

„Unsere Operationen, einschließlich unserer Aktionen auf der Krim, sind präzise geplant. Wenn die im Rahmen der G7 mit unseren Partnern erörterten Möglichkeiten der Ukraine zur Verfügung gestellt werden, können wir Bedingungen schaffen, die Russland bald dazu zwingen werden, den Frieden zu wählen“, sagte Selenskyj.

Die ersten ernsthaften Anzeichen für einen Wandel in Trumps Position zur Ukraine-Frage zeigten sich nach dem G7-Gipfel, der vom 15. bis 17. Juni im französischen Evian stattfand.

Nach dem Gipfel betonte der französische Präsident Emmanuel Macron, dass Trump einen „echten Wandel“ in seinem Ansatz gegenüber der Ukraine gezeigt habe.

Quellen der Financial Times berichten, dass die ukrainische Kampagne gegen Ziele innerhalb Russlands bei Trump großen Eindruck hinterlassen habe. Die Kyiv Independent schrieb unter Berufung auf einen hochrangigen ukrainischen Beamten, dass Trump Selenskyj in persönlichen Gesprächen dazu ermutigt habe, noch mutiger gegen Russland vorzugehen.

Es ist jedoch noch zu früh, um zu sagen, dass sich die Position Washingtons vollständig geändert hat. Foreign Policy stellt fest, dass das Weiße Haus zwar allmählich eine wohlwollendere Haltung gegenüber der Ukraine zeigt, sich aber mit scharfen Erklärungen gegen Moskau zurückhält.

Ein europäischer Beamter teilte mit, dass das Weiße Haus aufgefordert wurde, die kriegsbezogenen Handlungen Russlands offen zu verurteilen, die US-Regierung den Vorschlag jedoch mit der Begründung ablehnte, dies könne den Verhandlungen schaden.

Laut Reuters hat der Wandel in der Position Washingtons den Unmut in Moskau verstärkt.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte am 23. Juni auf einem Forum in Moskau, dass die weiteren Pläne der USA zur Ukraine Russland nicht erläutert worden seien.

„Ich möchte nicht glauben, dass der Prozess in Alaska, wie auch die Aktionen in Europa, darauf abzielt, Zeit für die Wiederbewaffnung des Kiewer Regimes zu gewinnen. Aber in der Praxis ist es genau dazu geworden“, sagte Lawrow.

Der Chef des russischen Außenministeriums fügte hinzu, dass Moskau genau wissen wolle, was auf dem G7-Gipfel diskutiert wurde und wie die künftige Ausrichtung Washingtons aussehe.

Somit deuten Trumps warme Worte über Selenskyj auf einen gewissen Wendepunkt in der US-Politik gegenüber der Ukraine hin. Die weiterhin vorsichtige Haltung des Weißen Hauses in den Beziehungen zu Moskau lässt die Situation jedoch komplex bleiben.

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