Rechenzentren im Weltraum: Umweltschützer fordern Stopp orbitaler Projekte

Eine Reihe von in den USA tätigen Umwelt- und Wissenschaftsorganisationen hat die Federal Communications Commission (FCC) aufgefordert, die Prüfung von Anträgen zur Errichtung orbitaler Rechenzentren (Data-Center) vorübergehend auszusetzen. In einem über die gemeinnützige Organisation Earthjustice eingereichten Appell wird betont, dass vor dem Start riesiger Satellitenkonstellationen in den Weltraum eine umfassende Bewertung der Umweltauswirkungen erforderlich ist. Experten sind der Meinung, dass solche Projekte irreversible Schäden an der Erdatmosphäre und Stratosphäre verursachen könnten. Dies berichtet Ixbt.com berichtet.
Die Koalition der Umweltschützer stützt sich auf den National Environmental Policy Act (NEPA) von 1969. Dieses Gesetz verpflichtet Bundesbehörden dazu, vor der Entscheidung über jedes Großprojekt dessen Auswirkungen auf die Natur zu untersuchen. Derzeit gibt es mehrere Projekte, die darauf abzielen, Rechenkapazitäten im Weltraum zu stationieren, wobei Bedenken bestehen, dass ihre kumulativen Auswirkungen die Ozonschicht, die Qualität des Nachthimmels und die chemische Zusammensetzung der Stratosphäre negativ beeinflussen könnten.
Mega-Projekte im Weltraum und ihr Ausmaß
Projekte für orbitale Rechenzentren sehen vor, Rechenkapazitäten direkt in den offenen Weltraum zu verlagern. Entwickler glauben, dass dies die Belastung der terrestrischen Rechenzentren durch die Entwicklung von AI-Technologien verringern wird. Rechenzentren auf der Erde benötigen enorme Mengen an Strom, Wasser und Fläche, während diese Probleme im Weltraum angeblich von selbst gelöst werden.Umweltorganisationen weisen jedoch darauf hin, dass das Ausmaß dieser Projekte um ein Vielfaches größer ist als bei bisherigen Satellitenkonstellationen. SpaceX hat beispielsweise Pläne für die Schaffung von bis zu einer Million orbitaler Rechenzentren vorgestellt. Zudem erwägen Unternehmen wie Orbital, Starcloud, Blue Origin und Cowboy Space gemeinsam den Start von etwa 260.000 weiteren Satelliten.
Laut Ian Hasselman, einem leitenden Anwalt bei Earthjustice, muss die FCC auf diesen Appell innerhalb einer angemessenen Frist reagieren. Sollte die Kommission Lizenzen erteilen, ohne die umweltrechtlichen Anforderungen zu erfüllen, könnte die Angelegenheit gerichtlich geklärt werden. Bisher hat die FCC keine offizielle Stellungnahme zu diesem Appell abgegeben.
Wettbewerb und regulatorische Probleme
Die Regulierungsbehörde für orbitale Projekte steht derzeit unter doppeltem Druck. Einerseits fordern Umweltschützer Sicherheit, andererseits drängen Technologieunternehmen und Branchenverbände auf eine Beschleunigung der Antragsprüfung. Als Grund wird der zunehmende globale Wettbewerb im Weltraumsektor angeführt, insbesondere die Aktivitäten Chinas in diesem Bereich.Dennoch hat die FCC in letzter Zeit einige Anforderungen an Satellitenbetreiber verschärft. So wurde beispielsweise die Frist für das Deorbiting von Geräten in niedrigen Umlaufbahnen nach Abschluss ihrer Mission von 25 auf 5 Jahre verkürzt. Dies dient dazu, das Problem des Weltraummülls zumindest teilweise zu entschärfen.
Die von Umweltschützern vorgebrachten Forderungen umfassen folgende Kernbereiche:
- Untersuchung chemischer Veränderungen in den oberen Atmosphärenschichten;
- Erhalt der Lichtverhältnisse und der Beobachtungsmöglichkeit des Sternenhimmels;
- Bewertung der kumulativen Auswirkungen einer großen Anzahl von Satelliten;
- Analyse von Weltraummüll und dem Risiko des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre.

















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