Geomagnetische Stürme verändern Oberflächentemperaturen drastisch

Es hat sich gezeigt, dass die Auswirkungen der Sonnenaktivität und geomagnetischer Stürme auf die Erdatmosphäre weitaus stärker sind, als bisher angenommen. Neuen wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge können starke magnetische Stürme die Wetterbedingungen in einigen Regionen unseres Planeten innerhalb eines Tages um dutzende Grad verändern. Diese Entdeckung verändert grundlegend die Vorstellungen über die Verbindung zwischen Weltraumwetter und Oberflächenklima. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten berichtet.
Die in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlichte Studie basiert auf der Analyse von 67 Jahren meteorologischer Daten. Unter Verwendung der ERA5-Atmosphären-Reanalyse-Datenbank untersuchten Wissenschaftler alle größeren geomagnetischen Schwankungen, die seit den 1950er Jahren beobachtet wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass Plasmaströme und Kollisionen von der Sonne auf die Magnetosphäre der Erde nicht nur Kommunikationssysteme, sondern auch Temperatur und Druck in den unteren Atmosphärenschichten direkt beeinflussen.
Wetter kann sich anomal verändern
Die Autoren der Studie betonen, dass während magnetischer Stürme deutliche Abweichungen bei Temperatur, Niederschlagsmenge und Strahlungsbilanz beobachtet werden. Besonders in der Region Nordamerika ist dieser Effekt im Winter sehr hoch. In einigen Fällen wurden Temperaturänderungen von dutzenden Grad verzeichnet, was um ein Vielfaches stärker ist als die gewöhnlichen Schwankungen während des 11-jährigen Sonnenzyklus (ein Zehntel eines Grades).Der Mechanismus dieses Prozesses wird durch das Prinzip des "abwärts gerichteten" Energietransfers erklärt. Die Energie der Sonnenstürme wirkt zunächst auf die Ionosphäre und die oberen Schichten der Atmosphäre. Anschließend wird diese Energie über Polarwirbel in der Stratosphäre und Jetstreams nach unten geleitet und gestaltet die Wetterkarte in der Troposphäre, in der wir leben, neu.
Prognosegenauigkeit steigt
Aktuelle meteorologische und klimatische Modelle berücksichtigen diese schnellen Auswirkungen geomagnetischer Stürme auf das Wetter nicht. Dies kann dazu führen, dass unerwartete extreme Wetterereignisse nicht vorhergesagt werden können. Wissenschaftlern zufolge würde die Integration von Weltraumwetter-Parametern in Prognosesysteme die Genauigkeit der Wetterdaten erheblich steigern.Im Rahmen der Studie wurden folgende Hauptmuster identifiziert:
- Die Auswirkungen magnetischer Stürme sind in den Wintermonaten stärker ausgeprägt als in anderen Jahreszeiten;
- Je stärker der Sturm, desto linearer nehmen die atmosphärischen Abweichungen zu;
- In einigen Regionen ist nach den Stürmen ein drastischer Rückgang der Niederschlagsmenge zu beobachten;
- Die Effekte sind nicht global, sondern regional und in hohen Breitengraden besonders deutlich spürbar.

















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