Indische Regierung versucht, die von Jack Dorsey entwickelte Bitchat-App zu blockieren

Indische Regierung versucht, die von Jack Dorsey entwickelte Bitchat-App zu blockieren

Die indische Regierung ergreift Maßnahmen, um den Messenger Bitchat einzuschränken, der vom Twitter-Gründer (jetzt X) Jack Dorsey entwickelt wurde. Die App, die auf Bluetooth-Technologie basiert und offline funktioniert, hat vor dem Hintergrund massiver Proteste im Land stark an Popularität gewonnen. Neu-Delhi ist besorgt, dass die dezentrale Architektur des Messengers illegale Aktivitäten begünstigen könnte. Dies berichtet Techcrunch.com berichtet.

Jack Dorsey veröffentlichte auf seiner X-Social-Media-Seite eine Mitteilung des indischen Innenministeriums. Darin wird gefordert, dass GitHub innerhalb von drei Stunden drei Repositories löscht, die mit dem Bitchat-Projekt in Verbindung stehen. Die Regierung ist der Ansicht, dass die Anonymität der App und ihre Fähigkeit, auch bei abgeschaltetem Internet zu funktionieren, die Überwachungsmöglichkeiten der Strafverfolgungsbehörden einschränken.

Proteste und digitaler Widerstand

Das Interesse an der Bitchat-App stieg aufgrund großflächiger Studentenproteste in Indien sprunghaft an. Tausende junge Menschen gingen auf die Straße, um den Rücktritt des Bildungsministers nach einem Skandal um durchgesickerte Prüfungsfragen zu fordern. In einer Zeit, in der die Regierung das Internet einschränkte, um die Proteste einzudämmen, wurden Offline-Messenger wie Bitchat und Briar zu den wichtigsten Kommunikationsmitteln.

Laut Daten des Analyseunternehmens Sensor Tower entfielen zwischen dem 17. und 23. Juli dieses Jahres 85 % der weltweiten Downloads der Bitchat-App auf Indien. Innerhalb weniger Tage wurde die App über 91.000 Mal heruntergeladen, und die Zahl der täglich aktiven Nutzer überstieg 330.000. Dies ist ein Rekordergebnis in der Geschichte der App.

Rechtliche Debatten und Open-Source-Software

Wie TechCrunch berichtet, hat dieser Schritt der indischen Regierung zu ernsthaften Debatten unter Rechtsexperten geführt. Mishi Choudhary, Gründerin der Organisation für digitale Rechte SFLC.in, betonte, dass die Regierung die App nicht wegen illegaler Inhalte verbieten wolle, sondern wegen ihres Funktionsprinzips – ihrer dezentralen und nicht nachverfolgbaren Natur. Dies wird als eine neue Form des Drucks auf die Freiheit von Open-Source-Software angesehen.

Das indische Zentrum für die Koordinierung von Cyberkriminalität (I4C) erklärte in seiner Mitteilung, dass Bitchat dazu diene, "Netzwerkeinschränkungen zu umgehen" und "legale Überwachungs- und Identifizierungsprozesse zu behindern". Organisationen wie die Internet Freedom Foundation (IFF) bezweifeln jedoch die Wirksamkeit solcher Verbote, da die vollständige Entfernung von Open-Source-Software technisch komplex ist.

Es ist noch nicht bekannt, wie GitHub auf diese Anfrage reagiert hat und ob der Code der App vollständig gelöscht wird. Dieser Vorfall wird als die nächste Stufe des Konflikts zwischen Tech-Giganten und staatlicher Kontrolle bewertet.

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