Europäische Zentralbank: Stablecoins bergen Risiken des alten Finanzsystems

Isabel Schnabel, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB), hat davor gewarnt, dass Stablecoins Schwachstellen aus dem traditionellen Finanzmarkt in das tokenisierte Finanzsystem einbringen könnten. Auf einer Konferenz in Seoul betonte Schnabel, dass diese Vermögenswerte zu Kapitalabflüssen aus dem Bankensystem führen und die Wirksamkeit der Geldpolitik verringern könnten. Ihrer Ansicht nach müssen Zentralbanken öffentliches Geld durch Instrumente wie den digitalen Euro modernisieren. Dies berichtet Cointelegraph.com .
Schnabel verglich Stablecoins mit Geldmarktfonds und merkte an, dass sie zwar eine nützliche Innovation seien, aber zu Notverkäufen (Fire Sales) und Bank-Runs neigen. Sie erklärte zudem, dass die Popularität von Stablecoins die globale Dominanz des USD weiter festigen könnte. Derzeit sind fast alle im Umlauf befindlichen Stablecoins an den Dollar gekoppelt; andere Währungen haben einen sehr geringen Anteil an diesem Markt.
Als Reaktion darauf arbeitet die EZB in zwei Richtungen: am digitalen Euro für den Einzelhandel und an tokenisiertem Zentralbankgeld für den Großhandel. Im März stellte die EZB die Appia-Roadmap für europäische tokenisierte Finanzmärkte vor. Das Projekt Pontes, dessen Start für das dritte Quartal 2026 geplant ist, soll als Brücke zwischen TARGET-Diensten und der Blockchain-Technologie fungieren.
Es wurde betont, dass Zentralbanken Innovationen nicht ablehnen, sondern regulieren sollten, um die Finanzstabilität zu wahren. Zuvor hatte bereits EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärt, dass Stablecoins nicht der beste Weg seien, um die internationale Rolle des Euro zu stärken, sondern dass eine auf Zentralbankgeld basierende Infrastruktur entwickelt werden müsse.
Derzeit überarbeitet die Europäische Kommission die MiCA-Verordnung zur Regulierung des Krypto-Asset-Marktes. Große Börsen wie Coinbase beteiligen sich an diesem Prozess und fordern wettbewerbsfähigere Regeln für Stablecoins. Experten sind der Meinung, dass Regulierungsmechanismen entscheidend sind, um das Vertrauen in das Finanzsystem zu erhalten.
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