Cannavaro spricht offen über Mängel nach dem Iran-Sieg: Auch ein Problem mit Schomurodow

Cannavaro spricht offen über Mängel nach dem Iran-Sieg: Auch ein Problem mit Schomurodow

Der Cheftrainer der usbekischen Nationalmannschaft Fabio Cannavaro sprach offen darüber, dass es auch nach dem Sieg gegen den Iran noch Probleme gibt, die gelöst werden müssen. Der italienische Experte konzentrierte sich insbesondere auf Entscheidungen im Angriff, das unnötige Beschleunigen des Spiels und die Gegentore in den ersten 20 Minuten.

Cannavaros Äußerungen auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Syrien zeigten, dass der Sieg gegen den Iran zwar wichtig für die Mannschaft war, der Trainer sich aber nicht mit dem Ergebnis zufrieden geben will. Er fordert von den Spielern, die Spielphilosophie besser zu verstehen und auf dem Platz unterschiedliche Lösungen für Spielsituationen zu finden.

«Wir müssen viele Dinge verbessern»

Cannavaro wurde nach dem Spiel gegen den Iran gefragt, welche Mängel im Spiel der Nationalmannschaft aufgefallen seien.

Der Trainer betonte, dass die Mannschaft in vielerlei Hinsicht noch wachsen müsse. Seiner Meinung nach ist eines der Hauptprobleme der Versuch der Spieler, Angriffe in manchen Situationen zu schnell abzuschließen.

Cannavaro sagte, er habe das Spiel gegen den Iran mit den Spielern analysiert und aufgezeigt, an welchen Punkten Verbesserungen notwendig seien.

«In manchen Situationen beschleunigen wir das Geschehen zu sehr und versuchen, individuelle Lösungen zu finden.»

Er betonte, dass es in einigen Fällen nicht notwendig sei, nach vorne zu stürmen, um den Angriff fortzusetzen. Den Ball zurückzuspielen und den Angriff neu aufzubauen, könne ebenfalls die richtige Entscheidung sein.

Cannavaro sprach auch über Eldor

Einer der interessantesten Punkte der Pressekonferenz waren Cannavaros Gedanken zu Eldor Schomurodow.

Der Trainer sagte, dass die Spieler in manchen Situationen versuchen, den Ball zu Eldor zu spielen, anstatt die Mannschaftskombination fortzusetzen. Selbst wenn er zwischen drei gegnerischen Spielern steht, erwarten seine Teamkollegen von ihm eine Lösung.

Aus Cannavaros Sicht zeigt diese Situation, dass der Angriff der Mannschaft nicht von einem einzigen Spieler abhängig gemacht werden darf.

Deshalb erklärt der italienische Experte den Spielern, dass es in manchen Situationen möglich ist, den Ball zurückzuspielen, den Druck des Gegners zu brechen und den Angriff neu zu organisieren.

Die ersten 20 Minuten — eine weitere Sorge von Cannavaro

Der Cheftrainer wies auf eine weitere wichtige statistische Tatsache hin.

Er sagte, dass die usbekische Nationalmannschaft in den letzten Spielen häufig in den ersten 20 Minuten Gegentore kassiert hat.

Cannavaro hält diesen Zeitraum für einen sehr wichtigen Teil des Spiels. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, wie die Mannschaft in das Spiel gegen Syrien startet.

Die Aufgabe für den Trainer besteht nicht nur darin, im Angriff aktiv zu sein, sondern dem Gegner von den ersten Minuten an keine günstigen Gelegenheiten zu bieten.

«Wird Nematow auf lange Sicht die Nummer eins sein?»

Auf der Pressekonferenz wurde auch die Torwartfrage angesprochen.

Journalisten verwiesen auf Torhüter wie Manuel Neuer in Deutschland oder Unai Simon in Spanien, die lange Zeit in der Stammelf standen, und fragten, ob man in Usbekistan auch Abduvohid Nematow über viele Jahre als Nummer eins sehen könne.

Cannavaro erklärte, dass er sich mit solch langfristigen Schlussfolgerungen noch zurückhalte.

Er betonte, dass am Beispiel Spaniens der Faktor wichtig sei, dass der Cheftrainer schon lange mit der Mannschaft arbeite. Cannavaro hingegen sei erst vor Kurzem zur usbekischen Nationalmannschaft gekommen und beobachte und analysiere derzeit alle Spieler.

Zudem habe Nematow derzeit mit einer Verletzung zu kämpfen. Es wurde auch angemerkt, dass es in der Olympiamannschaft ebenfalls einen guten Torhüter gebe.

«Wir geben jedem eine Chance», sagte Cannavaro.

Warum wurde Ibrohim Schokirow zum Training der Nationalmannschaft eingeladen?

Auf der Pressekonferenz blieb auch die Einladung des U-17-Nationaltorhüters Ibrohim Schokirow zum Training der A-Nationalmannschaft nicht unbemerkt.

Cannavaro erklärte den Grund für diese Entscheidung kurz und präzise.

Er sagte, dass die Notwendigkeit bestand, einen zusätzlichen Spieler einzuladen, da während des Trainingsprozesses einer der Torhüter fehlte. Aus diesem Grund wurde Schokirow zum Training der Nationalmannschaft hinzugezogen.

Diese Situation bedeutet für den jungen Torhüter auch die Möglichkeit, gemeinsam mit den Profis der Nationalmannschaft zu trainieren.

Was erwartet Cannavaro von Syrien?

Usbekistans nächster Gegner Syrien steht ebenfalls im Fokus von Cannavaro.

Der italienische Experte bewertete Syrien als eine gute Mannschaft. Seiner Meinung nach wird der Gegner versuchen, Usbekistan keine freien Räume zu lassen und so kompakt wie möglich zu spielen.

Deshalb fordert Cannavaro von den Spielern, das Spiel gut zu beginnen und die Kontrolle über das Geschehen zu behalten.

Dies hängt direkt mit dem vom Trainer erwähnten Problem der ersten 20 Minuten zusammen. Wenn die Mannschaft von Beginn an die Initiative kontrollieren kann, ergeben sich mehr Möglichkeiten, Lösungen gegen die kompakte Abwehr Syriens zu finden.

Der Sieg gegen den Iran ist kein Endpunkt

Aus Cannavaros Worten auf der Pressekonferenz wird eines deutlich: Der Sieg gegen den Iran ist für den italienischen Experten kein Endergebnis, sondern ein Teil des Prozesses, die Mannschaft weiterzuentwickeln.

Die usbekische Nationalmannschaft befindet sich noch in der Phase, den von Cannavaro geforderten Fußballstil vollständig zu formen. Sich im Angriff nicht zu sehr auf Eldor zu verlassen, die Situation ohne Hast zu entwickeln, keine Angst vor Rückpässen zu haben und vor allem das Spiel selbstbewusst zu beginnen – das waren die Hauptpunkte, auf die der Trainer aufmerksam machte.

Im Spiel gegen Syrien wird man sehen können, wie sehr diese Anforderungen in der Praxis funktionieren. Für Cannavaro ist die Hauptfrage jetzt nicht der Sieg, sondern in welchen Aspekten sich die Mannschaft nach dem Spiel gegen den Iran verbessert hat wird.

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