Künstlicher Plasmaschild für die Erde: Wissenschaftler entwickeln Schutzsystem gegen starke Sonnenstürme

Künstlicher Plasmaschild für die Erde: Wissenschaftler entwickeln Schutzsystem gegen starke Sonnenstürme

Wissenschaftler der Boston University haben eine ungewöhnliche Methode zum Schutz der Erde vor katastrophalen Sonnenstürmen vorgeschlagen. Während sich die Menschheit derzeit darauf beschränkt, herannahende Sonnenplasmawolken zu überwachen, sieht das neue Konzept aktive Eingriffe vor. Das Projekt mit dem Namen StormWall sieht die Schaffung eines Systems künstlicher Satelliten vor, die den natürlichen Magnetschutz der Erde verstärken und die Auswirkungen des Weltraumwetters abschwächen, bevor sie unseren Planeten erreichen. Laut Ixbt.com Bericht .

Nach Berechnungen der Forscher ist ein solches System in der Lage, die Stärke extremer geomagnetischer Stürme um mehr als die Hälfte zu reduzieren. Dies hilft, Satelliten, GPS-Navigationssysteme, Kommunikationsnetze und Energienetze vor schweren Ausfällen zu schützen. Die Idee basiert auf der Bekämpfung eines Phänomens, das als „magnetische Rekonnexion“ bezeichnet wird. Wenn sich der Sonnenwind und die Magnetfeldlinien der Erde ausrichten, öffnet sich ein direkter Korridor für einen massiven Energiefluss. StormWall ist speziell darauf ausgelegt, diesen Prozess zu stoppen.

Im Rahmen des Projekts wird vorgeschlagen, eine Gruppe von sechs künstlichen Satelliten in die geostationäre Umlaufbahn zu bringen. Jedes Gerät führt einen Vorrat an speziellen Substanzen wie Barium, Lithium, Natrium oder Kalzium mit sich. Bei einer Warnung vor einem herannahenden starken Sonnensturm setzen die Satelliten diese Substanzen ins All frei. Unter dem Einfluss der Sonnenstrahlung verwandeln sie sich schnell in eine Plasmawolke und bilden eine zusätzliche Schutzschicht auf der der Sonne zugewandten Seite der Erdmagnetosphäre.

Um das Konzept zu testen, modellierten die Forscher die Folgen des starken geomagnetischen Sturms im Mai 2024. Die Ergebnisse zeigten, dass das StormWall-System einen Sonnensturm zwar nicht vollständig stoppen kann, aber seine Auswirkungen um mehr als 50 Prozent reduzieren kann. Laut dem Projektleiter Brian Walsh ist die Idee aus physikalischer Sicht vollständig umsetzbar, und die Leistung moderner Raketen reicht aus, um ein solches System zu bauen.

Das Projekt hat jedoch einen erheblichen Nachteil: Das System ist im Wesentlichen einwegfähig. Nachdem die Substanzen freigesetzt wurden, ist der Vorrat erschöpft, und neue Reagenzien müssen zur Wiederverwendung in die Umlaufbahn gebracht werden. Nach Berechnungen der Wissenschaftler entspricht das Gesamtvolumen der Reagenzien etwa der Ladung von zehn großen Tanklastwagen. Dennoch könnte sich ein solches Schutzsystem angesichts der hunderte Milliarden Dollar schweren Investitionen in die Weltrauminfrastruktur wirtschaftlich rechnen.

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Abror Shuhratov
«ZAMIN.UZ» Redakteur

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