Vietnam führt einzigartige Vorschriften für die Nutzung sozialer Medien durch Kinder ein

Weltweit gewinnt der Trend an Bedeutung, den Zugang Minderjähriger zu sozialen Medien einzuschränken. Insbesondere hat die vietnamesische Regierung einen völlig neuen und einzigartigen Ansatz vorgeschlagen, um die jüngere Generation vor den negativen Auswirkungen des Internets zu schützen. Laut Berichten von Reuters sieht ein vom Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus des Landes ausgearbeiteter Gesetzentwurf vor, aktive Handlungen auf sozialen Plattformen für Nutzer unter 16 Jahren einzuschränken. Techcrunch.com berichtet darüber.
Das Besondere an dem von Vietnam vorgeschlagenen Modell ist, dass Kinder nicht komplett von den Plattformen ausgeschlossen werden. Stattdessen können Nutzer unter 16 Jahren Konten besitzen, es ist ihnen jedoch untersagt, Beiträge zu veröffentlichen, Kommentare zu hinterlassen oder auf Inhalte zu reagieren (zu liken). Mit anderen Worten: Kinder verbleiben im Status von reinen Beobachtern, was ihren digitalen Fußabdruck in sozialen Netzwerken und Kommunikationsrisiken minimiert.
Elterliche Kontrolle und technische Einschränkungen
Den neuen Regeln zufolge müssen Konten von Kindern unter 16 Jahren obligatorisch auf Basis der Daten ihrer Eltern registriert werden. Eltern werden dafür verantwortlich gemacht, zu kontrollieren, wie viel Zeit ihre Kinder im Internet verbringen und welche Inhalte sie sehen. Plattformen wie Facebook, Instagram und TikTok wiederum werden aufgefordert, technische Tools zur Altersverifizierung einzuführen und nur altersgerechte Inhalte anzuzeigen.Phan Tam, Vietnams stellvertretender Kulturminister, betonte, dass das Ziel der Regierung nicht darin bestehe, das Recht der Kinder auf Information einzuschränken, sondern ein sicheres und altersgerechtes digitales Umfeld für sie zu schaffen. Der Entwurf sieht zudem Einschränkungen für Online-Spiele vor: Unter-16-Jährige dürfen nicht mehr als 60 Minuten pro Tag für ein einzelnes Spiel aufwenden.
Globale Welle von Verboten
Vietnam ist in dieser Hinsicht kein Vorreiter. Ende letzten Jahres wurde Australien das weltweit erste Land, das soziale Medien für Kinder unter 16 Jahren komplett verbot. Nach australischen Gesetzen müssen Plattformen wie Facebook, Instagram, Snapchat, X und YouTube Kinder von ihren Diensten fernhalten, andernfalls drohen ihnen Geldstrafen von bis zu 34,4 Millionen USD.Frankreich hat sich ebenfalls den Ländern angeschlossen, die ähnliche strenger Maßnahmen prüfen. Die Verabschiedung solcher Gesetze wird durch Cybermobbing in sozialen Medien, Internetsucht, psychische Gesundheitsprobleme und das Risiko für Jugendliche, in die Fallen verschiedener Krimineller zu geraten, vorangetrieben.
Solche Einschränkungen sind jedoch nicht kritikfrei. Organisationen wie Amnesty Tech argumentieren, dass der Datenschutz bei der Altersüberprüfung verletzt werden könnte und solche Verbote ineffektiv seien, da sie nicht der Realität des modernen Lebens entsprechen. Dennoch priorisieren viele Staaten den Jugendschutz.

















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