Patreon verschärft Kampf gegen KI-Bots: Keine Erlaubnis mehr erforderlich

Patreon verschärft Kampf gegen KI-Bots: Keine Erlaubnis mehr erforderlich

Die bekannte Plattform für Kreative, Patreon, hat drastische Maßnahmen gegen Bots angekündigt, die ohne Erlaubnis Daten zum Training von KI-Systemen sammeln. Das Unternehmen beschränkt sich nicht mehr nur auf die Bitte, keine Daten abzugreifen, sondern geht dazu über, diese technisch vollständig zu blockieren. Dieser Schritt zielt darauf ab, Urheberrechte zu schützen und zu verhindern, dass die Arbeit von Kreativen kostenlos von KI-Modellen vereinnahmt wird. Dies berichtet Techcrunch.com berichtet.

Patreon erweitert in diesem Kampf die Zusammenarbeit mit dem Internet-Infrastrukturanbieter Cloudflare. Mithilfe der von Cloudflare bereitgestellten AI Crawl Control-Technologie erkennt die Plattform nun automatisch Bots, die ihre Inhalte scannen, und schränkt deren Zugriff ein. Laut Unternehmensvertretern waren frühere Maßnahmen unzureichend, da KI-Scraper immer komplexer werden.

Vom robots.txt-Eintrag zur echten Blockierung

Früher hat Patreon, wie viele andere Websites auch, über eine robots.txt-Datei angegeben, welche Seiten nicht gescannt werden dürfen. Diese Methode war jedoch eher eine Empfehlung als eine Verpflichtung. Viele KI-Unternehmen ignorierten diese Anweisungen und nutzten die privaten Inhalte der Kreativen weiterhin als Futter für ihre Modelle. Im Patreon-Blog wird betont: "Zustimmung sollte nicht davon abhängen, wie sich der Scraper verhält."

Beim Test des neuen Systems sank die Zahl der wöchentlichen KI-Bot-Zugriffsversuche von mehreren Tausend auf Null. Dies zeigt, dass die bisherigen Empfehlungen kaum Wirkung zeigten und die Bots die Regeln der Website offen missachteten. Nun kann Patreon auch seine aktualisierten Funktionen wie Home Feed und Quips vor Bots schützen.

Rechte der Kreativen und neue Strategie

Laut Drew Rowny, Chief Product Officer bei Patreon, sind Kreative auf den meisten Internetplattformen gezwungen, dem KI-Training ihrer Werke zuzustimmen, um ihre Reichweite zu vergrößern. Patreon wählt einen anderen Weg: Autoren sollten das Recht haben, die volle Kontrolle darüber zu behalten, wie ihre Arbeitsergebnisse genutzt werden, während sie gleichzeitig ihr Publikum vergrößern.

Gleichzeitig blockiert die Plattform nicht alle Bots. Suchmaschinen-Bots, also Agenten, die Nutzer auf Patreon-Seiten leiten und Informationen organisieren, haben weiterhin freien Zugang. Nur Bots, die Daten stehlen, um neuronale Netze zu trainieren, werden eingeschränkt.

Diese Änderungen erfolgen in einer Zeit, in der die Spannungen zwischen Content-Erstellern und KI-Giganten weltweit zunehmen. Dienste wie Cloudflare bieten Website-Betreibern mittlerweile die Möglichkeit an, ihre Daten kostenpflichtig an Bots zu verkaufen (Pay Per Crawl). Patreon hat derzeit nicht vor, in diesen Handel einzusteigen, sondern konzentriert sich darauf, das geistige Eigentum der Kreativen zu schützen.

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