Kann KI Roboter erschaffen? Ein neuer Test wird erprobt

Kann KI Roboter erschaffen? Ein neuer Test wird erprobt

Wissenschaftler der Harvard University und des Massachusetts Institute of Technology haben ein Open-Source-Benchmark-System namens RLE-Bench vorgestellt, das die Fähigkeit von KI-Agenten zur Bewältigung ingenieurtechnischer Aufgaben bewertet. Laut ixbt.com ist diese Plattform darauf ausgelegt, das Potenzial moderner neuronaler Netze nicht nur beim Erlernen von Steuerungsalgorithmen, sondern auch beim Entwurf ganzer Robotiksysteme zu testen, was einen bedeutenden Fortschritt für das Fachgebiet darstellt. Dies berichtet Ixbt.com berichtet.

Während sich viele bestehende Tests derzeit hauptsächlich auf das Training fertiger Steuerungsalgorithmen konzentrieren, deckt RLE-Bench den gesamten Zyklus ab. Dabei werden Software, die Verarbeitung von Sensordaten, Hardwarekomponenten sowie das Interface-Design gemeinsam geprüft.

Komplexe Aufgaben in vier Schlüsselbereichen

Das neue Testpaket umfasst insgesamt 48 Aufgaben in vier Hauptbereichen. Der KI-Agent muss ein tiefes Verständnis dafür entwickeln, wie Softwarecode mit Sensoren, Motoren und mechanischen Baugruppen interagiert. Zudem muss er Wahrnehmungsalgorithmen entwickeln, Sensordaten analysieren und in Zukunft Roboterkomponenten eigenständig entwerfen.

Alle Aufgaben werden in einer speziellen Simulationsumgebung durchgeführt. Der KI-Agent schreibt den Code eigenständig, führt die Lösung aus, analysiert das Ergebnis gründlich und nimmt bei Bedarf Korrekturen vor. Die Aufgaben berücksichtigen dabei reale technische Einschränkungen wie Gewicht, Drehmoment, Gleichgewicht und Konstruktionsgeometrie.

Reale technische Einschränkungen und der Testprozess

In der Praxis ist der Designprozess mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Bei einer der Aufgaben muss die KI beispielsweise eine mobile Plattform entwerfen, die mehrere Manipulatoren tragen kann, um Gegenstände aus Regalen unterschiedlicher Höhe zu entnehmen. Was in einer digitalen Umgebung perfekt aussieht, könnte in der Realität instabil sein und umkippen.

Aus diesem Grund betrachten die Forscher unter der Leitung der Harvard-Professorin Na Li und des MIT-Dozenten Bo Dai diese Version als ersten Schritt. Zukünftig ist geplant, das RLE-Bench 2.0-Paket basierend auf realen ingenieurtechnischen Problemen von Robotikern weiter auszubauen.

Experten betonen, dass der neue Test nicht die Arbeitsqualität fertiger Roboter bewertet, sondern speziell das ingenieurtechnische Denken der KI. Daher lässt er sich nicht direkt mit Wettbewerben für physische Maschinen wie den in China ausgetragenen „World Humanoid Robot Games“ vergleichen: Im ersten Fall werden die mentalen Fähigkeiten der KI geprüft, während im zweiten Fall die Leistung fertiger Technik unter physischen Bedingungen untersucht wird.

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