Russland signalisiert Bedingungen für die Ukraine, während Tokajew einen anderen Weg vorschlägt...

Russland signalisiert Bedingungen für die Ukraine, während Tokajew einen anderen Weg vorschlägt...

Die diplomatischen Bemühungen rund um den Russland-Ukraine-Krieg beleben sich wieder. Der Kreml erklärt, Kiew kenne die von Moskau vorgebrachten Bedingungen genau, während der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew vorschlug, die Kampfhandlungen einzufrieren und Verhandlungen in einem neuen Format wiederzubeleben.

Um diese Zeit verbreiteten sich Berichte, dass die USA und die Ukraine die Idee eines gegenseitigen Stopps von Luftangriffen diskutieren. Moskau zögert jedoch vorerst, diese Initiative zu bewerten.

Peskow: Russlands Vorschläge sind Kiew bekannt

Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, betonte, Wladimir Putin habe bereits zuvor dargelegt, welche Bedingungen Moskau für die Beendigung des Krieges in der Ukraine fordert.

Seinen Worten zufolge weiß Kiew, wie der nächste Schritt aussehen sollte. Jeder neue Vorschlag, der Russland unterbreitet wird, werde danach bewertet, wie stark er mit den Interessen Moskaus übereinstimmt.

Der Haltung des Kremls zufolge ist die Tür für Verhandlungen nicht geschlossen, aber Russland hat keine Bereitschaft signalisiert, von seinen Hauptforderungen abzurücken.

Moskau fordert weiterhin, dass sich die ukrainischen Truppen aus den vier von Russland als eigenes Territorium deklarierten Regionen zurückziehen und Kiew seine Pläne für einen NATO-Beitritt aufgibt. Die Ukraine lehnt diese Bedingungen ab und wertet sie als Forderung nach faktischer Kapitulation.

„Zwei verschiedene Signale“ in Trumps Politik

Peskow Donald Trumps Politik bezüglich der Ukraine enthalte Aspekte, die Moskau für unklar halte, sagte er.

Einerseits signalisiert Washington die Bereitschaft, den Krieg durch Verhandlungen zu beenden. Andererseits liefern die USA der Ukraine weiterhin Waffen.

Der Kreml betrachtet diese beiden Richtungen nicht als widersprüchlich. Dennoch teilte Peskow mit, dass Russland die Kommunikationskanäle zu amerikanischen Unterhändlern aufrechterhält und bereit ist, neue Vorschläge zu prüfen.

Gibt es einen Plan zum Stopp von Luftangriffen?

Einer Reuters-Quelle zufolge haben ukrainische und US-amerikanische Vertreter einen Vorschlag zur Einstellung von Luftangriffen diskutiert, der Russland vorgelegt werden könnte.

Sollte ein solches Abkommen zustandekommen, könnten die Parteien Angriffe mit Drohnen und Raketen auf Städte und strategische Objekte der jeweils anderen Seite vorübergehend einstellen.

Peskow bestätigte diese Berichte jedoch nicht. Er erklärte, die Informationen seien bisher nur in den Medien kursiert, und nackte es als verfrüht, vor der offiziellen Einreichung einer Initiative Stellung zu nehmen.

Daher geht es im Moment um:

  • keine fertige Vereinbarung;

  • eine potenziell diskutierte Initiative;

  • einen Vorschlag, der Russland nicht offiziell unterbreitet wurde.

Tokajew schlägt „Istanbul-Formel 2.0“ vor

Auch der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew schloss sich den diplomatischen Diskussionen an. Bei einer Veranstaltung in Omsk, an der er gemeinsam mit Wladimir Putin teilnahm, schlug er vor, den Krieg in der Ukraine zunächst einzufrieren und dann zu politischen Verhandlungen zurückzukehren.

Tokajew nannte diesen Ansatz „Istanbul-Formel 2.0“. Er bezog sich dabei auf eine aktualisierte Form der 2022 und 2025 in der Türkei abgehaltenen Verhandlungen, die jedoch zu keinem finalen Friedensabkommen geführt hatten.

Dem kasachischen Staatschef zufolge ist es in erster Linie notwendig, die Kampfhandlungen zu stoppen und Sicherheitsgarantien für die Parteien auszuarbeiten. Putin entgegnete Tokajew, er werde Russlands Position zur Ukraine gesondert erläutern.

Wo driften die Positionen der Parteien auseinander?

Partei

Hauptansatz

Russland

Signalisiert Gesprächsbereitschaft, fordert jedoch die Berücksichtigung eigener Bedingungen

Ukraine

Fordert Sicherheitsgarantien und die Wahrung der Souveränität

USA

Setzt Militärhilfe fort und sucht nach einer diplomatischen Lösung

Kasachstan

Schlägt das Einfrieren des Krieges und die Wiederbelebung der Istanbul-Verhandlungen in einem neuen Format vor

Das Problem ist, dass Moskau die Verhandlungen auf der Grundlage der aktuellen Situation an der Front und seiner territorialen Forderungen führen möchte. Kiew lehnt es ab, gewaltsam eroberte Gebiete als russisch anzuerkennen.

Die Erklärung des Kremls zu den Angriffen

Peskow erklärte zudem, dass die russische Armee Angriffe auf militärische Einrichtungen in der Ukraine „je nach Bedarf“ fortsetzt. Er behauptete, das Ziel der Angriffe Moskaus sei es, das ukrainische Militärpotenzial sowie die Fähigkeit zu verringern, jene Handlungen auszuführen, die Russland als „terroristische Aktionen“ bezeichnet.

Dies ist die offizielle Darstellung der russischen Seite. Die Ukraine hingegen teilt mit, dass bei russischen Angriffen auch Wohngebiete und zivile Infrastruktur beschädigt werden. Russische Raketen- und Drohnenangriffe im Juli forderten in Kiew, Charkiw und anderen Städten Opfer und Zerstörungen.

Stehen Verhandlungen bevor?

Bisher hat es keine drastische Wende gegeben. Die Kommunikationskanäle zwischen Russland und den USA bleiben offen, die Ukraine diskutiert neue Initiativen, und Tokajew brachte die Idee des Einfrierens des Krieges ins Spiel.

Die grundlegenden Widersprüche haben sich jedoch nicht geändert:

  • das Schicksal der Gebiete;

  • Sicherheitsgarantien für die Ukraine;

  • Beziehungen zur NATO;

  • Sanktionen und Waffenlieferungen;

  • der Mechanismus für die Waffenruhe.

Die diplomatische Tür ist nicht geschlossen, aber den Schlüssel hat noch niemand in der Hand. Die Hauptfrage lautet nun: Werden die Parteien ihre Forderungen abschwächen oder bleiben neue Initiativen wie die vorherigen lediglich auf der Ebene von Absichtserklärungen?

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