Zweite Hauptstadt in Japan möglich: Gesetz verabschiedet

In Zukunft könnte Japan eine zweite Hauptstadt für das Land einrichten. Am 24. Juli verabschiedete das nationale Parlament einen Gesetzentwurf, der die Schaffung eines administrativen Reservezentrums für Tokio für den Notfall vorsieht. Dies berichtete die Agentur Kyodo.
Es wird berichtet, dass diese Initiative den Plänen der japanischen Regierung, Osaka in eine Metropole wie Tokio zu verwandeln, zusätzlichen Schwung verleihen könnte. Gleichzeitig zielt das Gesetz darauf ab, die öffentliche Verwaltung effizienter zu gestalten und die Macht zu dezentralisieren.
Der vom regierenden Block vorgeschlagene Gesetzentwurf stieß bei der Opposition auf scharfe Kritik. Sie glauben, dass das Dokument hauptsächlich dazu dient, die Interessen der von Sanae Takaichi geführten Liberaldemokratischen Partei und ihres Koalitionspartners, der in Osaka ansässigen Japan-Innovationspartei, zu bedienen.
Vor der Verabschiedung des Gesetzes gab es hitzige Debatten im Parlament. Die Opposition forderte ein Verbot, Kommunalwahlen und Referenden am selben Tag abzuhalten. Sie argumentierten, dies könne die Entscheidungen der Wähler beeinflussen.
Diese Debatten wurden insbesondere durch die Aussage des Gouverneurs von Osaka, Hirofumi Yoshimura, über seine Absicht, im nächsten Frühjahr ein drittes Referendum am selben Tag wie die Gouverneurswahlen abzuhalten, ausgelöst.
Frühere Versuche, Osaka in eine Metropole zu verwandeln — die Referenden von 2015 und 2020 wurden mit knapper Mehrheit abgelehnt. Nachdem der regierende Block einigen Zugeständnissen zugestimmt hatte, willigte die Opposition ein, den Gesetzentwurf zur Abstimmung zu bringen.
Nach dem neuen Gesetz kann der Premierminister den Status einer Reservehauptstadt auf der Grundlage von Anträgen der Präfekturen verleihen, die die festgelegten Anforderungen an Bevölkerungszahl und Wirtschaftsindikatoren erfüllen.
Das Dokument wurde von der Liberaldemokratischen Partei, ihren Koalitionspartnern und mehreren anderen politischen Kräften unterstützt und mit 123 Stimmen verabschiedet,während 121 Abgeordnete dagegen stimmten.
Zur Information: Es gibt weltweit Länder mit zwei oder mehr Hauptstädten. Zum Beispiel in den Niederlanden ist Amsterdam die offizielle Hauptstadt, während Parlament und Regierung in Den Haag sitzen. In Bolivien gilt Sucre als offizielle Hauptstadt, während Regierung und Parlament in La Paz arbeiten. Auch in Ländern wie Chile, Malaysia, Sri Lanka, Elfenbeinküste, Benin, Eswatini und Burundi ist die Staatsverwaltung auf mehrere Städte verteilt.
Das einzige Land der Welt mit drei offiziellen Hauptstädten ist die Republik Südafrika. Dort fungiert Pretoria als Exekutivzentrum, Kapstadt als gesetzgebendes Zentrum und Bloemfontein als Sitz der Justiz.

















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