423 Personen unter 18 Jahren in Tadschikistan verheiratet

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden in Tadschikistan 423 Personen unter 18 Jahren durch Gerichtsbeschluss offiziell die Erlaubnis zur Eheschließung erteilt. Dies gab der stellvertretende Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs des Landes auf einer Pressekonferenz am 23. Juli in Duschanbe bekannt. Abduqahhor Taghosoda teilte dies mit.
Ihm zufolge haben die Gerichte im Berichtszeitraum 503 Anträgeauf Herabsetzung des Heiratsalters geprüft. Davon wurden 423 stattgegeben, während 49 abgelehnt wurden. Die übrigen Anträge wurden gemäß den gesetzlich festgelegten Verfahren bearbeitet.
Beamten zufolge ist die Zahl solcher Anträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gesunken. Zum Beispiel gingen in der ersten Jahreshälfte 2025 bei den Gerichten 1.376 Anträge auf Herabsetzung des Heiratsalters ein. Es wurden jedoch keine offiziellen Angaben dazu gemacht, wie viele davon damals genehmigt wurden.
Der Oberste Gerichtshof teilte mit, dass Anträge auf Herabsetzung des Heiratsalters hauptsächlich mit schwierigen finanziellen Verhältnissen, Waisenschaft oder der Notwendigkeit einer Familiengründung begründet wurden.
Abduqahhor Taghosoda betonte, dass das Gericht im Rahmen des Gesetzes als Ausnahme eine Entscheidung zur Herabsetzung des Heiratsalters treffen kann, wenn die Überzeugung besteht, dass die Ehe zur Verbesserung der sozialen Lage der jungen Person beiträgt.
Gleichzeitig machten die Behörden keine Angaben dazu, wie viele Mädchen und Jungen unter den Antragstellern waren.
Der Vertreter des Obersten Gerichtshofs räumte ein, dass frühe Ehen einer der Faktoren sind, die die Scheidungsrate im Land beeinflussen. Seiner Meinung nach halten solche Ehen oft nicht lange, da junge Menschen häufig nicht vollständig auf die Verantwortung des Familienlebens vorbereitet sind.
Daher wurde den Gerichten empfohlen, bei der Erteilung einer Heiratserlaubnis für Minderjährige jeden Einzelfall gesondert zu prüfen und zu berücksichtigen, ob eine solche Entscheidung tatsächlich ihre soziale Lage verbessert und zur Bildung einer stabilen Familie in der Zukunft beiträgt.
Experten weisen jedoch darauf hin, dass Kriterien wie „Verbesserung der sozialen Lage“ und „Stärkung der zukünftigen Familie“ in der Praxis weiterhin schwer zu bewerten sind.
Nach Angaben des Komitees für Frauen- und Familienangelegenheiten Tadschikistans wurden in der ersten Jahreshälfte 2026 im Land 27.563 Ehen registriert. Dieser Wert liegt um 2.793 niedriger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

















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