Spuren einer kosmischen Explosion vor 100 Millionen Jahren am Grund des Pazifischen Ozeans gefunden

Spuren einer kosmischen Explosion vor 100 Millionen Jahren am Grund des Pazifischen Ozeans gefunden

Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern konnte in den geologischen Schichten der Erde Spuren eines gewaltigen kosmischen Ereignisses identifizieren, das vor 100 Millionen Jahren stattfand. Seltene radioaktive Isotope, die in einer Eisen-Mangan-Kruste am Boden des Pazifischen Ozeans gefunden wurden, deuten darauf hin, dass Materie einer starken astrophysikalischen Explosion im All unseren Planeten erreicht hat. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten berichtet.

Spezialisten des Helmholtz-Forschungszentrums in Deutschland, der Australian Nuclear Science and Technology Organisation (ANSTO) und der Australian National University führten diese Forschung gemeinsam durch. Als Analyseobjekt wurde eine 1,9 Kilogramm schwere Ozeankruste ausgewählt, die 1976 aus einer Tiefe von 4.830 Metern gehoben wurde. Solche Krusten zeichnen sich durch ein extrem langsames Wachstum aus und versiegeln chemische Veränderungen des Ozeans sowie kosmischen Staub über Millionen von Jahren.

Kilonova-Explosion und seltene Isotope

Im Rahmen der Untersuchung wurde in den Krustenschichten das Plutonium-244-Isotop (Pu-244) gefunden. Die Halbwertszeit dieses Stoffes beträgt etwa 81 Millionen Jahre. Mithilfe hochempfindlicher Geräte gelang es den Wissenschaftlern, einige hundert Atome zu identifizieren, die über verschiedene Schichten der Kruste verteilt waren. Gleichzeitig suchten die Forscher nach dem Curium-247-Isotop (Cm-247), das zusammen mit Plutonium hätte entstehen müssen, fanden jedoch keine Spuren davon.

Laut Ixbt.com ermöglichte der Vergleich der Daten die Bestimmung des Zeitpunkts des Ereignisses. Die Quelle der Substanz existierte vor mehr als 100 Millionen Jahren im All, ist jedoch nicht so alt, dass die Plutoniumspuren vollständig verschwunden wären. Als wahrscheinlichste Theorie gilt eine "Kilonova" — eine Explosion, die durch die Kollision zweier Neutronensterne entsteht.

Bei solchen Prozessen entstehen große Mengen schwerer Elemente im Universum, einschließlich Aktinoiden und Transuranen. Die gleichmäßige Verteilung von Plutonium-244 über die Schichten hinweg zeigt, dass dieses Ereignis nicht kurzzeitig war, wie etwa eine Supernova-Explosion. Stattdessen blieb diese Substanz lange im interstellaren Medium erhalten und gelangte später in das Sonnensystem.

Geheimnisvolle Geschichte in geologischen Archiven

Das Fehlen des Curium-247-Isotops bestätigt ebenfalls die oben genannte Hypothese. Da dieses Isotop eine kürzere Lebensdauer hat, müsste es über einen Zeitraum von mehr als 100 Millionen Jahren vollständig zerfallen sein. Diese Entdeckung ist ein wichtiger Beleg dafür, dass eine der seltenen Episoden der Synthese schwerer Elemente in unserer Galaxie Spuren in der Erdgeschichte hinterlassen hat.

Wie diese kosmische Explosion die biologischen Prozesse auf der Erde zu jener Zeit beeinflusst hat, bleibt vorerst eine offene Frage. Die Wissenschaftler planen nun, nach ähnlichen Spuren in alten Gesteinen und im Mondregolith zu suchen. Auf der Mondoberfläche können kosmische Materialien über geologische Zeiträume nahezu unverändert bleiben, was neue Horizonte für die Erforschung der Vergangenheit des Universums eröffnet.

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