Hochwertiger Kraftstoff aus Kaffeesatz: Neue Technologie in Südkorea entwickelt

Hochwertiger Kraftstoff aus Kaffeesatz: Neue Technologie in Südkorea entwickelt

Wissenschaftler des Korea Institute of Geoscience and Mineral Resources (KIGAM) haben eine einzigartige Methode entwickelt, um Kaffeerückstände in nur 90 Sekunden in hochenergetischen Kraftstoff umzuwandeln. Diese Entdeckung wird als revolutionärer Schritt im Bereich des Abfallrecyclings erwartet, da sie die teuerste und komplexeste Phase der Biomasseverarbeitung — die Vortrocknung der Rohstoffe — vollständig überspringt. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten berichtet.

Nach Angaben von ixbt.com basiert die neue Technologie auf einem Flame Plasma Pyrolysis System. Durch dieses Verfahren werden feuchtigkeitsgesättigte Kaffeerückstände in Biokohle umgewandelt, die in ihren Eigenschaften dem Anthrazit, der hochwertigsten Kohlesorte, nahekommt. Normalerweise erschwert die Feuchtigkeit in der Biomasse die Verarbeitung, doch koreanische Ingenieure haben diese Hürde mit einer effektiven Lösung überwunden.

"Popcorn-Effekt" und technologischer Prozess

Die Forscher setzten eine Plasmaflamme mit Temperaturen von 800–900 °C ein. Interessanterweise wirkt die Feuchtigkeit in diesem Prozess nicht hinderlich, sondern unterstützend. Das Wasser in den Kaffeepartikeln verdampft beim Eintritt in die Hochtemperaturumgebung augenblicklich, und der Innendruck lässt das Material förmlich explodieren. Wissenschaftler nennen dies den "Popcorn-Effekt". Infolgedessen wird die Materialstruktur schnell aufgebrochen, wird porös und verwandelt sich in kurzer Zeit in kohlenstoffhaltigen Brennstoff.

Die Kennzahlen der gewonnenen Biokohle versetzten die Experten in Staunen. Ihr Heizwert beträgt 29 MJ pro Kilogramm, was dreimal höher ist als bei gewöhnlichen Kaffeerückständen. Zudem stieg der reine Kohlenstoffgehalt im Material von 15,6 Prozent auf 46,2 Prozent, also fast eine Verdreifachung.

Auch aus ökologischer Sicht ist diese Methode sehr effizient. Während des Plasmabehandlungsprozesses werden Schwefelverbindungen vollständig eliminiert, was die Emission schädlicher Dioxidgase in die Atmosphäre bei der Verbrennung des Kraftstoffs verhindert. Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden werden auch die Mengen an Rauch und Harz erheblich reduziert.

Weitreichende Möglichkeiten

Der Hauptvorteil der neuen Technologie liegt in ihrer Geschwindigkeit. Zum Vergleich: Während andere Methoden der Biomasseverarbeitung zwischen 30 Minuten und 6 Stunden benötigen, erledigt die KIGAM-Vorrichtung diese Aufgabe in weniger als 2 Minuten. Dies ermöglicht enorme Energie- und Zeitersparnisse im industriellen Maßstab.

Wissenschaftler betonen, dass das gewonnene Produkt nicht nur als Brennstoff genutzt werden kann. Aufgrund seiner hohen Porosität kann diese Biokohle auch für folgende Zwecke eingesetzt werden:

  • Herstellung von Aktivkohle;
  • Entwicklung industrieller Sorbentien;
  • Filtrationssysteme zur Wasser- und Luftreinigung.

Laut den Projekturhebern kann diese Methode nicht nur bei Kaffee, sondern auch bei anderen Lebensmittelabfällen, landwirtschaftlichen Rückständen und sogar Klärschlamm angewendet werden. Dies wird dazu beitragen, städtische Mülldeponien in Zukunft in nützliche Energiequellen zu verwandeln.

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