KI erstmals bei der Steuerung eines Kernreaktors in den USA getestet

KI erstmals bei der Steuerung eines Kernreaktors in den USA getestet

Ingenieure der Purdue University im US-Bundesstaat Indiana haben einen revolutionären Schritt im Energiesektor vollzogen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes wurde mit der Erprobung von KI, digitaler Steuerung und Cybersicherheitstechnologien an einem in Betrieb befindlichen Kernreaktor begonnen. Das Projekt zielt darauf ab, die Kernenergie in Zukunft vollständig zu automatisieren und Sicherheitssysteme auf ein neues Niveau zu heben. Dies berichtet Ixbt.com berichtet .

Für die Untersuchungen wurde der Forschungsreaktor Purdue University Reactor Number One (PUR-1) ausgewählt. Es ist erwähnenswert, dass diese Anlage nicht zur Stromerzeugung dient, sondern rein wissenschaftlichen Zwecken, der Ausbildung von Fachkräften und der praktischen Erprobung neuer Technologien. Im Jahr 2019 war PUR-1 der erste Reaktor in den USA, der eine Lizenz für den Betrieb mit einem vollständig digitalen Steuerungs- und Sicherheitssystem erhielt.

Wissenschaftler sind der Meinung, dass es entscheidend ist, KI an einer real arbeitenden Nuklearanlage zu testen und nicht nur in Computersimulationen. Dies ermöglicht eine genaue Bewertung des Verhaltens der Software bei unerwarteten Störungen oder nicht standardmäßigen Situationen. Laut Ixbt.com zielt das Projekt darauf ab, den menschlichen Faktor bei der Steuerung von Kernkraftwerken zu reduzieren und Prozesse maximal zu optimieren.

Kleine modulare Reaktoren und Zukunftsperspektiven

Die Entwicklung dieser Technologie bildet das Fundament für die Ära kleiner modularer Reaktoren (SMR) und Mikroreaktoren, die in den USA aktiv gefördert werden. Solche kompakten Anlagen gelten als die effizienteste Lösung zur Energieversorgung abgelegener Gebiete, großer Industrieanlagen, Militärbasen und riesiger Rechenzentren (Data-center).

Es wird erwartet, dass die Digitalisierung den Ansatz zur Kernenergie grundlegend verändern wird. In Zukunft wird ein einziger Bediener in der Lage sein, mehrere Reaktoren, die hunderte oder tausende Kilometer entfernt sind, gleichzeitig aus der Ferne zu überwachen. Dies wird die Betriebskosten erheblich senken.

Das US-Energieministerium unterstützt Projekte in diesem Bereich umfassend. Dem Plan zufolge sollen die ersten Mikroreaktoren bereits 2026 in Betrieb gehen. Vor einer großflächigen Einführung muss jedoch die absolute Zuverlässigkeit der digitalen Steuerungssysteme nachgewiesen werden. Der PUR-1-Reaktor ist zum zentralen Testgelände für diese verantwortungsvolle Aufgabe geworden.

Zur Information: Der PUR-1-Reaktor wurde 1962 erbaut und ist derzeit die einzige in Betrieb befindliche Nuklearanlage in Indiana. Dass diese Anlage mit ihrer über sechzigjährigen Geschichte heute zum Testgelände für modernste digitale Technologien und KI geworden ist, zeigt, wie schnell sich die Branche entwickelt.

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