AMI Labs CEO Alexandre LeBrun: Warum wir die Begriffe AGI und Superintelligenz vermeiden

Während die meisten Vertreter der KI-Branche ihre Entwicklungen hastig als "AGI" (Artificial General Intelligence) oder "Superintelligenz" bezeichnen, zieht es Alexandre LeBrun, CEO des Startups AMI Labs, vor, ganz auf solche hochtrabenden Begriffe zu verzichten. In einem Interview mit TechCrunch betonte der Leiter des von Yann LeCun mitbegründeten Unternehmens, dass diese Konzepte keine präzise wissenschaftliche Definition hätten und keinen praktischen Nutzen böten. Dies berichtet Techcrunch.com .
Laut LeBrun sind Branchenvertreter ständig damit beschäftigt, neue Marketingbegriffe zu erfinden. "Wir haben das Wort AGI nie verwendet. Jetzt fangen alle an, über Superintelligenz zu sprechen, und beim nächsten Mal werden sie sich wieder einen anderen Namen ausdenken. Was ist Superintelligenz überhaupt? Ich weiß es nicht, es ist kein besonders nützliches Wort", sagt er. Dieser Ansatz unterscheidet sich deutlich von der Strategie anderer Giganten, die im Zentrum des KI-Wettlaufs stehen.
Weltmodelle und die Robotik-Revolution
AMI Labs arbeitet derzeit an "Weltmodellen" (world models). Im Gegensatz zu textbasierten Modellen (LLM) wie ChatGPT konzentriert sich diese Technologie darauf, die Gesetze der physischen Welt zu verstehen und den Verlauf von Ereignissen vorherzusagen. Zum Beispiel ist die Vorhersage, dass ein Glas, das vom Tisch fällt, zerbricht und die Flüssigkeit verschüttet wird, die Hauptaufgabe eines Weltmodells. Laut LeBrun ist genau das das "Gehirn", das heutigen Robotern fehlt.Obwohl die Hardware im Bereich der Robotik heute erstaunlich weit entwickelt ist, bleibt ihre Intelligenz auf einem niedrigen Niveau. Roboter arbeiten hauptsächlich auf der Grundlage streng definierter Algorithmen und können sich nicht an eine sich verändernde Umgebung anpassen. Weltmodelle ermöglichen es Robotern, den Kontext zu verstehen, was für ihre Sicherheit entscheidend ist.
Sicherheit und Probleme in der realen Welt
LeBrun wies darauf hin, dass es noch keine Lösung dafür gibt, wie sich Roboter sicher in offenen Umgebungen bewegen können, etwa auf der Straße oder in einem Haus. Er nannte als Beispiel einen Vorfall, bei dem ein Roboter, der bei einer öffentlichen Veranstaltung tanzte, ein kleines Kind trat. Hätte der Roboter ein Weltmodell gehabt, hätte er den Kontext verstanden und diesen Fehler nicht begangen. Heute können Roboter nur in geschlossenen und kontrollierten Bereichen in Fabriken effektiv arbeiten.Gleichzeitig merkte der AMI Labs-Chef an, dass Weltmodelle LLM-Systeme nicht ersetzen, sondern ergänzen werden. So wie das Sprachzentrum und das logische Denkzentrum im menschlichen Gehirn getrennt sind, werden zukünftige KI-Systeme Funktionen zur Textverarbeitung und zum Verständnis der physischen Welt parallel entwickeln. Derzeit arbeitet das Unternehmen daran, Verbindungen zu großen Partnern in der Fertigungs- und Elektronikbranche in Ländern wie Südkorea aufzubauen.

















Kommentare 0
…