Erdumlaufbahn könnte Saturn-ähnliche Ringe erhalten: Wissenschaftler besorgt

In naher Zukunft könnte die Erde ihr natürliches Erscheinungsbild grundlegend verändern und helle Ringe wie der Saturn entwickeln. Diese Ringe bestehen jedoch nicht aus Eis oder Staub, sondern aus Hunderttausenden von künstlichen Satelliten. Astronomen und Experten für Weltraumtechnik warnen davor, dass Projekte zur Schaffung orbitaler Rechenzentren und Sonnenspiegel den Nachthimmel radikal verändern könnten. Dies berichtet Ixbt.com berichtet .
Derzeit arbeiten große Unternehmen wie SpaceX, Blue Origin, Starcloud, Cowboy Space und Orbital an der Entwicklung orbitaler Rechenzentren (Data-Center). Laut Informationen von ixbt.com erfordert die vollständige Umsetzung dieser Projekte den Start von über einer Million Satelliten ins All. Zusätzlich plant das Unternehmen Reflect Orbital, 50.000 mit Spiegeln ausgestattete Geräte zu platzieren, um bestimmte Gebiete der Erde nach Sonnenuntergang zu beleuchten.
Helle Linien im Weltraum und ihre Folgen
Hugh Lewis, Professor für Astronautik an der University of Southampton, erklärt, dass solche Geräte hauptsächlich entlang der Terminator-Linie – der Grenze zwischen der Tag- und Nachtseite der Erde – platziert werden. In dieser Region können Satelliten nahezu kontinuierlich Sonnenenergie beziehen, was für orbitale Server entscheidend ist. Sollten diese Pläne umgesetzt werden, würde am Himmel eine riesige helle Linie erscheinen, die sich in einer Richtung und auf einer Ebene bewegt.Ein Team unter der Leitung der Astronomin Samantha Lawler von der University of Regina in Kanada untersuchte mithilfe von Computermodellen die Auswirkungen von Projekten wie Starmind von SpaceX, Project Sunrise von Blue Origin und Cowboy Space. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass die künstlichen Objekte so zahlreich werden, dass sie zu bestimmten Zeiten heller und sichtbarer sein werden als viele Sterne am Himmel.
Besonders das Projekt Reflect Orbital sorgt für große Besorgnis. Das Unternehmen hat bereits die Genehmigung der US-amerikanischen Federal Communications Commission (FCC) erhalten, das experimentelle Gerät Eärendil-1 mit einem 18x18 Meter großen Spiegel zu starten. Berechnungen der Europäischen Südsternwarte zufolge würde die Helligkeit des Nachthimmels um 300 Prozent zunehmen, wenn 50.000 solcher Spiegel in die Umlaufbahn gebracht würden. Dies würde die Arbeit der größten Teleskope der Welt nahezu unmöglich machen.
Die American Astronomical Society (AAS) hat die Entscheidung der FCC ebenfalls scharf kritisiert. Experten sind der Meinung, dass künstlich reflektiertes Sonnenlicht nicht nur wissenschaftliche Beobachtungen stört, sondern auch folgende Risiken birgt:
- Verursachung von Unfällen durch Blendung von Piloten und Fahrern;
- Technische Störung der Arbeit von astronomischen Teleskopbetreibern;
- Störung der natürlichen Rhythmen nächtlicher Ökosysteme.

















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