KI-Unternehmen kaufen und zerstören massenhaft Bücher

KI-Unternehmen kaufen und zerstören massenhaft Bücher

Große KI-Unternehmen haben begonnen, physische Bücher in großen Mengen zu kaufen, um ihre Modelle zu trainieren und neue Datenbanken aufzubauen. Einer Untersuchung von 404 Media zufolge werden die Bücher nach dem Digitalisierungsprozess physisch vollständig vernichtet, was ernsthafte Bedenken hinsichtlich des Schicksals des literarischen Erbes aufwirft. Dies berichtet Ixbt.com berichtet .

Es stellt sich heraus, dass solche Käufe über spezielle Vermittler abgewickelt werden, um die endgültigen Auftraggeber zu verbergen. Im Rahmen mancher Großtransaktionen werden Ausgaben von 1.000 bis zu 1 Million Exemplaren auf einmal erworben. Dabei interessieren sich die Käufer weniger für den Autor, das Genre oder ein bestimmtes Thema, sondern vielmehr für Textvolumen und -qualität.

Dramatische Veränderungen auf dem Buchmarkt

Die Datenbank ISBNdb, die zuvor Bibliotheken und Buchhandlungen bediente, ist ebenfalls aktiv an diesem Prozess beteiligt. Mittlerweile bietet sie Großhandelslieferungen und Massenkaufdienste für Bücher für im KI-Bereich tätige Unternehmen an. Antiquariate stellen fest, dass die Nachfrage drastisch gestiegen ist — wurden früher durchschnittlich etwa 20 Bücher pro Woche verkauft, liegt diese Zahl inzwischen bei Hunderten von Exemplaren. Ein ähnlicher Trend ist auf den Handelsplattformen Alibris und Biblio zu beobachten.

Experten zufolge gelten von Menschen verfasste gedruckte Werke als die sauberste und hochwertigste Datenquelle für KI. Der Grund dafür ist, dass sie nicht die Menge an repetitiven und minderwertigen Daten enthalten, die von neuronalen Netzen selbst generiert werden. Dies spielt eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der logischen Struktur und Sprachkompetenz von Sprachmodellen.

Rechtliche Probleme und schwindendes Erbe

Diese Praxis wurde zuvor bereits in Gerichtsakten gegen Anthropic bestätigt. Das Unternehmen kaufte Bücher, scannte sie mit Hilfe von Auftragnehmern ein und zerriss dann viele Exemplare in einzelne Seiten, um den schnellen industriellen Scanvorgang zu erleichtern. Das Gericht stufte die Verwendung rechtmäßig erworbener Bücher zum Training als zulässig im Rahmen des "Fair Use"-Prinzips ein. Das Unternehmen sah sich jedoch auch mit anderen Klagen wegen der Speicherung von Millionen raubkopierter Bücher konfrontiert. Darüber hinaus wurde Google wegen der illegalen Nutzung millionenfach urheberrechtlich geschützter Bücher zum Training des Gemini-Modells verklagt.

Der alarmierendste Aspekt des Prozesses ist, dass nach dem Scannen viele seltene und seit langem vergriffene Bücher unwiederbringlich zerstört werden. Ihre digitalen Kopien werden nur in geschlossenen KI-Datenbanken gespeichert. Dies birgt die Gefahr des physischen Verschwindens wertvollen Kulturerbes für zukünftige Generationen.

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