Gigantische 16-MW-Windturbine vor Chinas Küste geht in Betrieb

Gigantische 16-MW-Windturbine vor Chinas Küste geht in Betrieb

Laut Ixbt.com hat Chinas erster schwimmender Windpark den Betrieb aufgenommen. Seine Plattform ist auf ausgedienten Stützstrukturen installiert. Die 16-MW-Anlage Haiyou Anlan wurde erfolgreich an das Energiesystem des Offshore-Ölfelds Lufeng angeschlossen und liefert bereits Strom dorthin. Die staatliche China National Offshore Oil Corporation (CNOOC), die das Projekt umgesetzt hat, erklärte, dass die Anlage gemessen an der Leistung einer einzelnen Turbine zur weltweit größten schwimmenden Windkraftanlage des TLP-Typs geworden ist. Dies berichtet Ixbt.com berichtet weiter.

Die neue Anlage stellte unter vergleichbaren Objekten zugleich Weltrekorde bei Wassertiefe und Entfernung zur Küste auf. Die Plattform wurde etwa 200 Kilometer südöstlich von Shenzhen, 136 Kilometer vor der Küste und in einer Tiefe von rund 136 Metern installiert. Die geplante Gesamtlebensdauer des Projekts beträgt 25 Jahre. Ihre Höhe entspricht ungefähr der eines 110-stöckigen Gebäudes, während ihr Gewicht 7.800 Tonnen beträgt.

Technische Daten und Taifunfestigkeit

Die Rotorblätter der Anlage sind so groß, dass ihre überstrichene Fläche 7,5 Fußballfeldern entspricht. Die Konstruktion wurde für extreme Wetterbedingungen ausgelegt und kann selbst starken Taifunen der Kategorie 17 standhalten. Nach Erreichen ihrer Nennleistung soll Haiyou Anlan jährlich rund 54 Millionen kW·soat Strom erzeugen. Die gesamte erzeugte Energie wird direkt für den Bedarf des Ölfelds Lufeng verwendet.

Nach Schätzungen von CNOOC spart das Projekt jährlich rund 15.000 Kubikmeter Brennstoff ein und reduziert die Kohlendioxidemissionen um 35.000 Tonnen. Das wichtigste Merkmal des Projekts ist die TLP-Plattform. Anders als herkömmliche Offshore-Windkraftanlagen steht sie nicht auf einem festen Fundament, sondern bleibt schwimmend. Die Konstruktion wird durch nahezu vertikale, gespannte Seile gehalten, die mit Ankern am Meeresboden verbunden sind.

Perspektiven der Tiefseeenergie

Die konstante Spannung begrenzt die Bewegung der Plattform unter dem Einfluss von Wellen und Strömungen. Dieser Ansatz hilft, den Stahlverbrauch und die in Anspruch genommene Wasserfläche zu reduzieren, und gewährleistet zugleich eine hohe Stabilität. Die Installation einer TLP ist jedoch deutlich komplexer als die herkömmlicher Offshore-Plattformen und erfordert beim Setzen der Anker sowie beim Verbinden der Unterwasserelemente besondere Präzision.

Experten betrachten das Projekt als Testfeld für künftige Tiefsee-Windparks. Schwimmende Plattformen ermöglichen die Installation leistungsstarker Turbinen weiter von der Küste entfernt, wo der Wind stärker und beständiger ist. Für China ist dies besonders wichtig, da die wichtigsten Energieressourcen des Landes im Westen liegen, während sich die Hauptverbraucher an der Ostküste konzentrieren. Derzeit bleiben die hohen Kosten solcher Anlagen das größte Hindernis für ihre breite Verbreitung.

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