Schwerwiegende Schwachstellen in Polens Cybersicherheit aufgedeckt

Zwei polnische Cybersicherheitsexperten untersuchten, wie widerstandsfähig das Internetnetz des Landes gegen potenzielle Cyberangriffe ist, und entdeckten weitreichende Schwachstellen in Behörden und Infrastrukturen. Die auf der internationalen Def-Con-Konferenz in Las Vegas vorgestellten Ergebnisse zeigten, dass die kritischen Systeme des Landes Cyberbedrohungen schutzlos ausgeliefert sind. Darüber berichtete Techcrunch.com berichtet .
Laut ixbt.com analysierten die Forscher Robert Kruczek und Kamil Szczurowski Webressourcen im polnischen Internetsegment eingehend, um die digitalen Schutzmaßnahmen ihres Landes zu stärken und es sicherer zu machen. Die Untersuchung ergab, dass fast 250.000 Websites von mehr als 10.000 staatlichen Einrichtungen gravierende Sicherheitslücken aufweisen.
Nach Angaben der Experten gehören zu den gefährdeten Objekten auch die Flughäfen des Landes, medizinische Einrichtungen – darunter Krankenhäuser – sowie die offiziellen Websites staatlicher Behörden. Ursache dafür sind die Nachlässigkeit von Softwareherstellern bei der Behebung von Sicherheitsfehlern sowie das Fehlen von Systemen zur Meldung und Vergütung von Schwachstellen.
Offene Türen in kritischen Systemen
Die Untersuchung ergab, dass sich einige Fehler sehr leicht ausnutzen lassen. Bestimmte Softwareanbieter nahmen solche Warnungen jedoch nicht ernst und stuften sie lediglich als Unannehmlichkeiten ein. Dadurch sind Polens staatliche Dienste Cyberangriffen und dem Risiko einer Netzwerkübernahme ausgesetzt.Die Studie wurde veröffentlicht, während Polen seine Cyberabwehr zu stärken versucht. In jüngster Zeit wurde eine Welle mutmaßlich russischer Cyberangriffe auf Energie- und Wasserversorgungsunternehmen des Landes beobachtet. Es stellte sich heraus, dass einige dieser Angriffe gezielt Schwachstellen in der Cyberabwehr ausgenutzt hatten.
Probleme mit Pad CMS und dem Justizsystem
Kruczek und Szczurowski entdeckten mehrere gefährliche Schwachstellen im weit verbreiteten Content-Management-System Pad CMS. Eine davon ermöglichte insbesondere den freien Zugriff auf mehr als 300 staatliche Websites über ein offenes System, das kein Passwort erforderte. Die Entwickler veröffentlichten keine Updates mehr, da die Supportdauer der Software abgelaufen war.Eine weitere entdeckte Schwachstelle verschaffte den Forschern Zugriff auf zwei Drittel des polnischen Justizsystems, also auf die Websites von etwa 245 Gerichten. Die Experten übermittelten ihre Erkenntnisse über die zuständigen offiziellen Kanäle an die Regierung. Ihrer Ansicht nach zahlte sich die geleistete Arbeit aus und stärkte die Cybersicherheit des Landes zumindest teilweise.

















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