Großbritannien plant Internet aus der Stratosphäre als Alternative zu Starlink

Großbritannien plant Internet aus der Stratosphäre als Alternative zu Starlink

Großbritannien hat mit der Arbeit an einer einzigartigen Alternative zu globalen Satellitenkommunikationssystemen wie Starlink begonnen. Laut ixbt.com liegt der Fokus diesmal auf unbemannten Höhenflugzeugen, die wochenlang in der Stratosphäre fliegen können. Diese Initiative soll ein wichtiger Schritt zur Sicherung stabiler Kommunikation und Internetversorgung im Land sowie in anderen Regionen ohne terrestrische Infrastruktur sein. Dies berichtet Ixbt.com .

Die britische Agentur für fortgeschrittene Forschung und Erfindungen (ARIA) hat 94 Millionen Dollar für das Programm „Enduring Atmospheric Platforms“ in diesem Bereich bereitgestellt. Derzeit werden im Rahmen dieses Projekts 18 verschiedene Entwicklungen finanziert. Das Programm ist auf dreieinhalb Jahre ausgelegt und besteht aus drei Phasen: Zuerst werden grundlegende Technologien geschaffen, anschließend werden fertige Systeme integriert und getestet, und schließlich erfolgt die praktische Implementierung.

Fähigkeiten stratosphärischer Pseudosatelliten

Der Kern des Projekts besteht in der Nutzung von Pseudosatelliten in großer Höhe, den sogenannten HAPS. Diese Fluggeräte, die in einer Höhe von etwa 19 km operieren, sollen Aufgaben wie die Internet- und Mobilfunkversorgung großer Gebiete übernehmen, ohne dass Tausende von Satelliten in die Umlaufbahn gebracht werden müssen. Eines der Hauptziele des Programms ist die Schaffung einer Plattform, die 300 W Telekommunikationsausrüstung tragen und mindestens eine Woche lang ununterbrochen in einem bestimmten Gebiet verbleiben kann.

Experten und Startups schlagen verschiedene technische Lösungen vor. Das Startup Menapia beispielsweise fördert das Projekt Carousel, das ein Netzwerk von Drohnen in etwa 19 km Höhe vorsieht, die das gesamte Gebiet Großbritanniens abdecken können. VFP Aerospace entwickelt ein anderes Konzept und schlägt ein kontinuierliches Austauschsystem vor, bei dem eine Einheit automatisch den Platz einer anderen einnimmt, wenn diese zum Aufladen zurückkehrt, anstatt sich auf die extreme Autonomie eines einzelnen Geräts zu verlassen. Die geschätzten Kosten für solche Drohnen liegen bei 67.000 Dollar.

Unkonventionelle Lösungen und Zukunftsaussichten

Der technische Teil des Projekts beschränkt sich nicht nur auf das Gerätedesign, sondern umfasst auch Fragen der drahtlosen Energieübertragung. Scalable Laser entwickelt ein Energieversorgungssystem unter Verwendung von Hochleistungslasern und photovoltaischen Empfängern. Space Solar Engineering erforscht Wege zur Energieübertragung mittels Hochfrequenz- und Mikrowellenstrahlung. Forscher der University of Bath, die eine der ungewöhnlichsten Ideen präsentierten, zielen darauf ab, atmosphärische Gravitationswellen, die durch Wetterphänomene und Gelände verursacht werden, zu nutzen, um die Flugdauer der Höhenplattformen zu verlängern.

ARIA prüft verschiedene Konstruktionen, von solarbetriebenen Flugzeugen bis hin zu experimentellen Geräten mit rotierenden Flügeln anstelle herkömmlicher Propeller. In Zukunft sollen solche Systeme zu echten Kommunikationstürmen am Himmel werden, die weite Gebiete auch ohne komplexe Satellitenkonstellationen mit Hochgeschwindigkeitsverbindungen versorgen können.

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