Archäologen entdecken 500.000 Jahre alten Elfenbeinhammer

Archäologen entdecken 500.000 Jahre alten Elfenbeinhammer

In der archäologischen Fundstätte Boxgrove im Süden Großbritanniens hat ein fast 500.000 Jahre altes Werkzeug aus Elfenbein Wissenschaftler in Staunen versetzt. Fachleute stufen diesen Fund als das älteste in Europa entdeckte Arbeitsgerät aus Elfenbein ein.

Den Forschungsergebnissen zufolge wurde dieses Objekt zuvor für ein gewöhnliches Knochenfragment gehalten. Analysen mittels moderner 3D-Scans und Elektronenmikroskope bestätigten jedoch, dass es von Menschen bearbeitet und als Arbeitsgerät genutzt wurde. Schlagspuren auf der Oberfläche des Werkzeugs sowie Feuersteinfragmente zeigten, dass es zum Schärfen und Umformen von Steinwerkzeugen verwendet wurde.

Wissenschaftlern zufolge könnte dieses Werkzeug von Frühmenschen hergestellt worden sein, die vor etwa 480.000 bis 500.000 Jahren lebten – Homo heidelbergensis oder frühen Neandertalern. Sie wussten genau, dass der feste und widerstandsfähige äußere Teil von Elfenbein ein sehr geeignetes Material für die präzise Bearbeitung von Steinwerkzeugen ist.

Experten betonen, dass diese Entdeckung einmal mehr beweist, dass frühe Menschen über weitaus höhere technische Kenntnisse und Fähigkeiten verfügten als bisher angenommen. Es wurde festgestellt, dass dieser Knochenhammer mehrfach verwendet wurde, was bedeutet, dass es sich um ein gezielt hergestelltes Arbeitsgerät und nicht um einen Zufallsfund handelte.

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass Werkzeuge aus organischen Materialien die Zeit meist nicht gut überdauern. Solche Funde sind daher äußerst selten und liefern wertvolle Einblicke in den Alltag und die Technologien des Frühmenschen.

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