Falsche Krankenschwester betrügt 900 Kunden und erbeutet Millionen

In den USA hat eine Frau, die sich als examinierte Krankenschwester ausgab, über 2.000 gefälschte Botox-Behandlungen durchgeführt und ihren Kunden mehr als 1 Million Dollar abgenommen. Die 40-jährige Rebecca Fadanelli wurde nun für ihre Taten zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
Fadanelli täuschte etwa 900 Kunden. Sie injizierte ihnen gefälschte Kosmetikprodukte, die aus China und Brasilien importiert wurden. Einige Opfer erlitten schwere Komplikationen und mussten im Krankenhaus behandelt werden.
Es wurde bekannt, dass Fadanelli in Stoughton, Massachusetts, lebte. Obwohl sie über keinerlei Lizenz verfügte, gab sie sich als examinierte Krankenschwester aus. Zudem war sie nicht berechtigt, Injektionen vorzunehmen oder verschreibungspflichtige Medikamente bzw. medizinische Geräte zu verwenden.
Fadanelli Skin Beaute Med Spa besaß ein medizinisch-ästhetisches Zentrum mit Filialen in Randolph und South Easton. Mindestens seit März 2021 stellte sie sich gegenüber Kunden und Mitarbeitern als lizenzierte Krankenschwester vor.
Sie behauptete gegenüber Kunden, Botox sowie von der FDA zugelassene Sculptra, Restylane und Juvéderm Dermal-Filler zu verwenden. Die Staatsanwaltschaft deckte jedoch auf, dass tatsächlich gefälschte Produkte aus China und Brasilien zum Einsatz kamen.
Besonders bemerkenswert ist, dass Fadanelli ihre Aktivitäten selbst nach der Beschlagnahmung ihrer gefälschten Produkte durch die Behörden fortsetzte. Bei Durchsuchungen ihrer Geschäftsräume im Juni 2024 wurden erneut gefälschte Produkte gefunden. Sie wurde im November desselben Jahres festgenommen.
Ermittler stellten fest, dass Fadanelli für die gefälschten Behandlungen über 1 Million Dollar kassierte.

Bei einer Reihe ihrer Kunden traten negative Auswirkungen auf. Einige mussten sich in ärztliche Behandlung begeben. Zu den dokumentierten Komplikationen zählten starke Schwellungen, Infektionen, Gesichts- und Augenlähmungen, Sehbeeinträchtigungen sowie Verhärtungen und Knoten.
Im April bekannte sich Fadanelli in vier Fällen des illegalen Warenimports, zwei Fällen des Verkaufs oder Vertriebs gefälschter Medikamente sowie zwei Fällen des Verkaufs oder Vertriebs gefälschter medizinischer Geräte schuldig.
Am 2. September wurde sie vor einem Bundesgericht in Boston zu 46 Monaten Haft verurteilt. Nach der Haftstrafe steht sie zwei Jahre unter Aufsicht. Zudem wurde sie zur Zahlung von 1.001.562 Dollar Schadensersatz sowie zur Einziehung des gleichen Betrags verpflichtet.
Die US-Staatsanwältin Leah B. Foley betonte, dass es sich hierbei nicht um einen einfachen Fehler oder eine einmalige Fehlentscheidung handelte. Fadanelli habe ein Geschäftsmodell auf Täuschung aufgebaut und ihren eigenen Profit über die Gesundheit und Sicherheit ihrer Kunden gestellt.
Die Staatsanwältin wies darauf hin, dass gefälschte Produkte und unlizenzierte Praktiker ein ernstes Risiko darstellen, da kosmetische Injektionen und ästhetische medizinische Zentren immer beliebter werden.
Dieser Fall verdeutlicht erneut, welche schwerwiegenden Folgen gefälschte medizinische Dienstleistungen und Kosmetikprodukte für die menschliche Gesundheit haben können.

















Kommentare 0
…