VPN- und Signal-Popularität steigt nach Telegram-Sperre in Indien sprunghaft an

VPN- und Signal-Popularität steigt nach Telegram-Sperre in Indien sprunghaft an

Temporäre Einschränkungen der indischen Regierung für den Messenger Telegram haben zu unerwarteten Veränderungen auf dem digitalen Technologiemarkt des Landes geführt. Wie TechCrunch unter Berufung auf Analysen von Appfigures berichtet, sind die Nutzer nach der Bekanntgabe der Sperre massenhaft zu VPN-Diensten und alternativen Kommunikationsmitteln gewechselt. Dies berichtet Ixbt.com Bericht gibt an.

Offizielles Delhi begründete diese Maßnahme mit dem Kampf gegen Betrug im Zusammenhang mit NEET, einer der größten Aufnahmeprüfungen des Landes. Regierungsdaten zufolge wurden gefälschte Prüfungsfragen über die Telegram-Plattform verbreitet, was die Transparenz des Bildungssystems gefährdete. Daher wurde der Zugang zum Messenger eingeschränkt, um Betrugssysteme einzudämmen.

Nachfrage nach VPN-Diensten erreichte Rekordwerte

Am Tag der Bekanntgabe der Einschränkungen erreichten die Downloads von VPN-Apps in Indien den höchsten Stand seit Beginn des Jahres 2025. Die durchschnittlichen täglichen Downloads stiegen um 49 % von 139 Tausend auf über 208 Tausend. Insbesondere Dienste wie Proton VPN, Turbo VPN, NordVPN und ExpressVPN gehörten zu den am häufigsten nachgefragten Apps.

Konkret stiegen die Downloads der Proton VPN-App im indischen App Store um 113 % und auf der Google Play-Plattform um 64 %. Unternehmensvertreter betonten, dass die Zahl der neu registrierten indischen Nutzer um 120 % über dem Normalwert lag. Auch der kanadische Dienst Windscribe meldete eine Verdoppelung der Registrierungen.

Aufstieg der Signal- und iMe-Apps

Die Telegram-Einschränkung steigerte das Interesse nicht nur an VPNs, sondern auch an alternativen Messengern. Die Downloads von Signal stiegen im Google Play Store um 322 % und im App Store um 72 %. Die iMe-App, die mit dem Telegram-Ökosystem verbunden ist, machte einen echten Sprung und stieg von wenigen hundert Downloads pro Tag auf über 50 Tausend.

Interessanterweise ist die eigene Nutzerschaft von Telegram trotz der Einschränkungen nicht geschrumpft. Laut Daten von Sensor Tower stieg die Zahl der täglich aktiven Nutzer des Messengers am Tag der Bekanntgabe der Einschränkung um 17 %. Dies zeigt, dass die Nutzer nicht auf die Plattform verzichten, sondern versuchen, sie beizubehalten und Zugangswege zu finden.

Cloudflare stellte fest, dass die Anzahl der DNS-Anfragen an Telegram-Domains erheblich zugenommen hat. Experten glauben, dass dies das Ergebnis der kontinuierlichen Versuche der Nutzer ist, auf die Plattform zuzugreifen. Obwohl die Telegram-Administration vor Gericht beantragte, nur illegale Inhalte zu löschen statt die gesamte Plattform zu sperren, unterstützte das Gericht in Delhi die vorübergehenden Maßnahmen der Regierung.

Laut Analysen von Surfshark ist Telegram derzeit in Dutzenden von Ländern weltweit vollständig oder teilweise eingeschränkt. In jedem dieser Fälle ist ein sprunghafter Anstieg des Nutzerinteresses an VPNs und sicheren Kommunikationsmitteln zu beobachten, was die Debatten über die Wirksamkeit von Blockaden in der digitalen Welt weiter verschärft.

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