Mitti Labs verbessert den Reisanbau in Asien mit KI

Angesichts des Klimawandels und knapper werdender Wasserressourcen hat das Climate-Tech-Startup Mitti Labs mit Hauptsitzen in New York und Bengaluru in einer Series-A-Runde 9,5 Millionen US-Dollar eingesammelt. Laut ixbt.com wurde die Finanzierungsrunde von Aramco Ventures, dem Venture-Arm von Saudi Aramco, angeführt. Damit investiert der Energiekonzern erstmals in ein indisches Startup. TechCrunch.com berichtet darüber.
Reis ist zwar für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ein Grundnahrungsmittel, sein Anbau benötigt jedoch große Mengen Wasser. Dauerhaft überflutete Felder verursachen einen erheblichen Anteil der landwirtschaftlichen Methanemissionen. Steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster setzen den wasserintensiven Reisanbau in Asien in den vergangenen Jahren zunehmend unter Druck.
KI- und Satellitentechnologien
Mitti Labs, das seine Programme 2023 gestartet hat, will diese Herausforderungen mit einer Plattform angehen, die Satellitenradarbilder mit über Jahre gesammelten Felddaten kombiniert. Im Gespräch mit TechCrunch erklärte Mitgründer Xavier Laguarta, die Technologie erstelle digitale Zwillinge jedes Reisfelds. Dadurch ließen sich der Zustand der Pflanzen, der Wasserverbrauch und die Methanemissionen auf Tausenden kleiner Höfe aus der Ferne überwachen.Die von Mitti Labs entwickelte GeoAI-Plattform nutzt Bilder eines synthetischen Aperturradars (SAR) von kommerziellen und staatlichen Satelliten mit Auflösungen von 50 Zentimetern bis 10 Metern. Der wichtigste Vorteil des Startups liegt nicht in den Satellitenbildern selbst, sondern in proprietären Datenbanken zum Training der KI-Modelle. Sie ermöglichen eine präzise Überwachung der Bodenfeuchtigkeit und des Pflanzenwachstums.
Expansion und erwartete Ergebnisse
Nach den jüngsten Finanzierungsangaben hat Mitti Labs bislang insgesamt 12,5 Millionen US-Dollar eingesammelt, darunter eine im Juli 2024 abgeschlossene Seed-Runde über 3 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen mehr als 150 Mitarbeiter, von denen die meisten in Indien tätig sind und lokale Organisationen sowie Landwirte bei der Einführung alternativer Bewässerungsmethoden unterstützen.Das Startup startete in seiner ersten Saison 2024 mit rund 8.000 Landwirten und erreicht in der laufenden Saison mehr als 100.000 Landwirte in mehreren indischen Bundesstaaten. Xavier Laguarta erklärte, dass das Unternehmen bis 2030 Millionen kleiner landwirtschaftlicher Betriebe erreichen wolle. Die teilnehmenden Landwirte stellen auf alternative Bewässerungsmethoden um, die den Wasserverbrauch um etwa 40 % und die Methanemissionen um mehr als 50 % senken.
Umsatzquellen und Partner
Mitti Labs erzielt Einnahmen aus CO₂-Zertifikaten und seiner GeoAI-Plattform. Zu den Kunden zählen der CO₂-Marktplatz Cool Effect, der mit großen Unternehmen wie Google und American Airlines zusammenarbeitet, sowie der Reisproduzent Ebro Foods und das Agrarunternehmen Syngenta. Sie nutzen diese Daten, um die Wasserresilienz in ihren Lieferketten zu verbessern.Die Investition von Aramco Ventures könnte dem Startup neue Möglichkeiten eröffnen, Kontakte in den CO₂-Märkten zu nutzen und künftig mit dem saudischen Energiekonzern zusammenzuarbeiten. Zu den weiteren Investoren der Series-A-Runde gehören Berichten zufolge Lightpeed India, Godrej Industries Group, Cisco, Francis Family Fund und Volta Circle.

















Kommentare 0
…