KI-Bedrohung: Entwickler erweisen sich als stabilster Beruf in der Tech-Branche

KI-Bedrohung: Entwickler erweisen sich als stabilster Beruf in der Tech-Branche

Während die Debatten über das Verschwinden vieler Berufe durch die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (AI) ihren Höhepunkt erreichen, hat eine neue Studie unerwartete Ergebnisse geliefert. Entwickler, bei denen oft vermutet wurde, dass sie als erste durch AI ersetzt würden, bleiben tatsächlich die stabilste und gefragteste Gruppe von Spezialisten in der Technologieindustrie. Dies geht aus einer umfassenden Analyse der Venture-Gesellschaft SignalFire hervor. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten heißt es.

Vor dem Hintergrund Massenentlassungen in der Branche stellte die Personalagentur Challenger, Gray & Christmas fest, dass die Kürzungen im Mai 2024 den höchsten Stand der letzten Jahre erreichten. In diesem Prozess wurde AI erstmals als einer der Hauptgründe für den Abbau von Arbeitsplätzen genannt. Die Analysten von SignalFire konzentrierten sich jedoch nicht nur auf Entlassungen, sondern auch auf die Einstellungsdynamik von Millionen von Mitarbeitern und über 80 Millionen Unternehmen.

Personalveränderungen in großen Technologieunternehmen

Den Forschungsergebnissen zufolge sank das gesamte Einstellungsvolumen bei Giganten wie Alphabet, Apple, Amazon, Microsoft, Netflix, NVIDIA, Tesla und Uber im Vergleich zu 2019 um 25 %, während die Stellenangebote für Ingenieure nur um 11 % zurückgingen. Dies deutet darauf hin, dass der Bedarf an Entwicklern wesentlich langsamer sinkt als in anderen Bereichen.

Bemerkenswert ist, dass Entwickler bis 2025 insgesamt 55 % der Neueinstellungen in großen Konzernen ausmachten. Zum Vergleich: 2019 lag dieser Wert bei 46 %. Im Startup-Segment ist die Situation noch positiver: Neu gegründete Tech-Unternehmen haben im Vergleich zu 2019 7 % mehr Ingenieure eingestellt.

Asher Bentok, Leiter der Forschungsabteilung von SignalFire, betonte, dass die Nachfrage nach diesen Berufsgruppen drastisch sinken müsste, wenn AI die Entwickler tatsächlich ersetzen würde. In der Praxis verdrängen AI-Tools zur Codegenerierung die Spezialisten nicht, sondern steigern deren Produktivität.

Ansichten der NVIDIA- und Anthropic-Leiter

Auch unter den Branchenführern gibt es unterschiedliche Meinungen. Während beispielsweise Dario Amodei, CEO von Anthropic, davor warnte, dass AI in den nächsten 5 Jahren die Hälfte der Büroarbeit überflüssig machen könnte, erklärte der Chefökonom des Unternehmens, Peter McCrory, dass er bisher keinen Anstieg der Arbeitslosigkeit unter Entwicklern beobachtet habe.

NVIDIA-Chef Jensen Huang vertritt eine noch entschiedenere Position. Seiner Meinung nach wird die Einführung von AI-Agenten die Anzahl der Ingenieure nicht verringern, sondern sie im Gegenteil wertvoller machen. Laut Huang begannen die Entwickler bei NVIDIA nach der Einführung von AI-Tools intensiver zu arbeiten, da die Automatisierung des Codierens ihnen mehr Zeit gibt, neue Ideen und Produkte zu entwickeln.

Experten erklären diesen Zustand mit dem "Jevons-Paradoxon" in der Wirtschaft. Demnach führt eine Steigerung der Ressourceneffizienz nicht zu einem sinkenden, sondern im Gegenteil zu einem steigenden Bedarf an dieser Ressource. Auch in der Programmierung gilt: Je günstiger AI das Schreiben von Code macht, desto mehr Aufgaben müssen Unternehmen lösen, was den Bedarf an qualifizierten Ingenieuren aufrechterhält.

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