KI-Wettlauf: Googles Energieverbrauch stieg um 37 Prozent

KI-Wettlauf: Googles Energieverbrauch stieg um 37 Prozent

Google hat seinen Umweltbericht für 2026 veröffentlicht. Darin wird eingeräumt, dass die rasante Entwicklung von AI-Technologien zu einem beispiellosen Anstieg des Energieverbrauchs der Unternehmensinfrastruktur geführt hat. Bis Ende 2025 stieg der Stromverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent auf 43,6 Millionen MW·h. Zum Vergleich: Diese Menge entspricht dem Jahresverbrauch ganzer Staaten wie Neuseeland oder Dänemark. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten berichtet.

Als Hauptgründe für diesen drastischen Anstieg des Energieverbrauchs werden die Erweiterung der Google Cloud-Plattform, die Entwicklung der generativen Gemini-Modelle und die Steigerung der Rechenleistung des Suchsystems genannt. Zudem hat die Skalierung der YouTube-Plattform eine zusätzliche Belastung geschaffen. Laut ixbt.com ist der Gesamtenergieverbrauch des Unternehmens seit 2019 um mehr als 250 Prozent gestiegen, was die Auswirkungen des globalen AI-Wettlaufs auf die Energiesysteme deutlich zeigt.

Grüne Energie und technologische Effizienz

Trotz der Komplexität der Situation betont Google, dass es gelungen sei, die Treibhausgasemissionen teilweise vom Wachstum des Energieverbrauchs zu "entkoppeln". Durch den Kauf großer Mengen an sauberen Energiequellen sanken die betrieblichen Emissionen im Laufe des Jahres um 2 Prozent. Seit neun Jahren kauft das Unternehmen erneuerbare Energien in einer Menge, die seinem Jahresverbrauch entspricht. Dieser Ausgleich erfolgt jedoch auf Jahresbasis, sodass einige Rechenzentren zu bestimmten Zeiten immer noch mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.

Google arbeitet zudem aktiv an der Steigerung der Effizienz seiner AI-Infrastruktur. Der Energieeffizienzwert (PUE) der Rechenzentren des Unternehmens betrug 1,09, was 83 Prozent besser ist als der Branchendurchschnitt. Insbesondere wurde bekannt gegeben, dass die TPU Ironwood-Prozessoren der neuen Generation 30-mal effizienter sind als die ersten 2018 eingeführten Modelle. Zudem hat sich die Energie, die für eine einzelne Textabfrage in Gemini-Systemen benötigt wird, innerhalb eines Jahres um das 33-fache verringert.

Kernenergie und Zukunftspläne

Um den zukünftigen Energiebedarf zu decken, investiert Google in stabilere Quellen. Das Unternehmen setzt folgende Großprojekte um:

  • Die weltweit erste Unternehmensvereinbarung über den Bezug von Energie aus kleinen modularen Kernreaktoren von Kairos Power;
  • Beteiligung am Neustart des Kernkraftwerks Duane Arnold mit einer Leistung von 600 MW;
  • Investitionen in Geothermie und Projekte zur kontrollierten thermonuklearen Fusion.
Dennoch bleibt das Problem der indirekten Emissionen in der Lieferkette (Scope 3) bestehen. Aufgrund des Baus neuer Rechenzentren und der Produktion spezialisierter Halbleiter stiegen die Emissionen in dieser Kategorie um 25 Prozent. Im Bericht von Google wird darauf hingewiesen, dass AI nicht nur den Energieverbrauch erhöht, sondern auch beim Kampf gegen den Klimawandel hilft. Beispielsweise haben die Routenoptimierung in Google Maps und intelligente Energiemanagementsysteme anderen Organisationen geholfen, die CO2-Emissionen um 41 Millionen Tonnen zu senken.

Abschließend räumten Google-Vertreter ein, dass sich die AI-Infrastruktur derzeit schneller entwickelt als der Übergang des globalen Energiesystems zu kohlenstoffarmen Quellen. Daher wird die Hauptaufgabe in den kommenden Jahren nicht darin bestehen, die Berechnungen zu reduzieren, sondern eine neue Energieinfrastruktur zu schaffen, die Wachstum ermöglicht, ohne das Klima zu schädigen.

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