Kosmisches Rätsel: Seltener „Blue Eye“-Pulsar erwacht nach einem Jahrzehnt der Stille

Astronomen ist es erstmals gelungen, schwache Radiowellen von einem der seltensten Neutronensterne zu empfangen – einem zentralen kompakten Objekt (CCO), das sich jahrzehntelang in einem „radio-stillen“ Zustand befand. Diese Entdeckung zeigt, dass Sternüberreste im Universum, die bisher als tot galten, tatsächlich aktiv sein könnten. Dies berichtet Ixbt.com berichtet .
Ein internationales Team unter der Leitung von Zhang Lei von den Nationalen Astronomischen Observatorien der Chinesischen Akademie der Wissenschaften identifizierte die Impulse des Objekts 1E 1207.4-5209 mithilfe des MeerKAT-Radioteleskops in Südafrika. Laut Ixbt.com befindet sich dieses Objekt in der Milchstraße, etwa 10.000 Lichtjahre von der Erde entfernt, im Zentrum eines Überrests einer Supernova-Explosion.
Die unerwartete Aktivität des „Blue Eye“
Aufgrund der Kombination aus seiner Röntgenstrahlung und den neu entdeckten Radiowellen erhielt dieser Neutronenstern inoffiziell den Namen „Blue Eye“ (Blaues Auge). Auf den aufgenommenen Bildern ähnelt die helle Röntgenstrahlung des Sterns einer blauen Pupille im Zentrum einer kosmischen Wolke. MeerKAT-Beobachtungen zeigten, dass das Objekt sehr schwache Impulse aussendet, die sich alle 424 Millisekunden wiederholen.Wissenschaftler vermuten, dass das Auftreten dieses Funksignals mit einem „Spin-Glitch“-Ereignis zusammenhängen könnte, das sich 2015 ereignete. Damals nahm die Rotationsgeschwindigkeit des Neutronensterns für kurze Zeit abrupt zu. Ein solcher Prozess wird durch die Bewegung extrem dichter Materie im Inneren des Sterns verursacht, was das Magnetfeld des Objekts verstärkt oder seine Ausrichtung verändert haben könnte.
Wissenschaftliche Bedeutung der Entdeckung
Dieser Fund liefert mehrere wichtige Schlussfolgerungen für die moderne Astronomie:- Viele Neutronensterne, die bisher als „tot“ galten, könnten in Wirklichkeit sehr schwache Radiopulsare sein;
- Die Wahrscheinlichkeit einer riesigen Population aktiver, aber noch unentdeckter Pulsare in unserer Galaxie ist gestiegen;
- Dieses Phänomen könnte erklären, warum in berühmten Supernova-Überresten wie SN 1987A bisher keine Funksignale gefunden wurden.
Derzeit beobachten Astronomen das „Blue Eye“ weiter. Die zentrale Frage ist, ob dieses schwache Funksignal dauerhaft ist oder nur eine vorübergehende Folge der internen Erschütterung von 2015 darstellt. Sollte das Signal bestehen bleiben, müssten die Kapitel über Neutronensterne in den Lehrbüchern umgeschrieben werden.

















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