LAPD beendet Zusammenarbeit mit Überwachungssystem Flock Safety wegen Datensicherheitsbedenken

LAPD beendet Zusammenarbeit mit Überwachungssystem Flock Safety wegen Datensicherheitsbedenken

Das Los Angeles Police Department (LAPD), eine der größten Strafverfolgungsbehörden der USA, hat beschlossen, die Zusammenarbeit mit Flock Safety, einem auf die Kennzeichenerkennung spezialisierten Unternehmen, zu beenden. Mit Auslaufen des Dreijahresvertrags gab die Polizeiführung bekannt, auf diese Technologie zu verzichten, da ernsthafte Bedenken hinsichtlich der bürgerlichen Freiheiten und der Privatsphäre bestehen. Dies berichtete Techcrunch.com berichtet.

Laut Berichten von ABC7 und der Los Angeles Times begründete der Chief Information Officer des LAPD, Dean Gialamas, die Entscheidung mit der Datensicherheit. Seinen Angaben zufolge gibt es ungelöste Fragen bezüglich der riesigen Datenmengen, die von den Kameras erfasst werden, und deren Speicherung. Diese Entscheidung ist für die drittgrößte Polizeibehörde der USA von strategischer Bedeutung, da Flock Safety ein Netzwerk von über 80.000 Kameras im ganzen Land betreibt.

Probleme mit Datenschutz und Sicherheit

Die Kameras von Flock Safety können nicht nur Kennzeichen, sondern auch Marke, Modell, Farbe und andere spezifische Merkmale eines Fahrzeugs erkennen. In letzter Zeit traten jedoch schwerwiegende Fehler im System auf. So berichtete ein Journalist des Magazins The Drive, dass sein Testfahrzeug aufgrund eines Systemfehlers als gestohlen markiert wurde, was zu einer mehrtägigen Verfolgung durch die Polizei führte.

Darüber hinaus haben Cybersicherheitsexperten Schwachstellen im System identifiziert. Laut TechCrunch waren viele Konten von Polizeibeamten nicht durch eine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) geschützt, was Hackern und Spionen Tür und Tor öffnet. Journalisten von 404 Media konnten sogar über eine offen zugängliche Datenbank Live-Aufnahmen einsehen.

Situation in anderen Städten

Los Angeles ist nicht die erste Stadt, die diesen Schritt geht. Zuvor hatten bereits Mountain View in Kalifornien und South Portland in Maine ihre Verträge mit Flock Safety gekündigt. Die Gründe dafür waren:

  • Verletzung des Rechts auf Privatsphäre;
  • Nutzung dieser Daten durch föderale Einwanderungsbehörden entgegen lokaler Gesetze;
  • Festnahmen unschuldiger Fahrer unter Waffengewalt aufgrund technischer Systemfehler;
  • Mangelnde Transparenz bei der Weitergabe von Daten an Dritte.
Flock Safety-Sprecherin Holly Beilin erklärte, das Unternehmen sei von der Entscheidung überrascht und bereit, Missverständnisse auszuräumen. Die LAPD-Führung betont jedoch, dass die Partnerschaft erst wieder aufgenommen wird, wenn neue, strenge Bedingungen für die Speicherung und Nutzung von Daten festgelegt wurden. Dieser Fall unterstreicht erneut, wie schwierig es ist, ein Gleichgewicht zwischen moderner Überwachungstechnologie und Menschenrechten zu wahren.

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