Oberstufe von Falcon 9 stürzt auf den Mond: NASA und SpaceX entwickeln neue Pläne

Oberstufe von Falcon 9 stürzt auf den Mond: NASA und SpaceX entwickeln neue Pläne

Im Januar dieses Jahres brachte die Oberstufe der Falcon 9, die Mondmissionen von Firefly Aerospace und ispace ins All transportiert hatte, voraussichtlich am 5. August auf der Mondoberfläche einschlagen. Laut ixbt.com bietet die ungeplante Kollision Wissenschaftlern eine einzigartige Gelegenheit, natürliche Prozesse zu untersuchen und neue wissenschaftliche Daten zu sammeln. Dies berichtet Ixbt.com.

Berechnungen zufolge wiegt die Oberstufe der Rakete etwa 4000 Kilogramm und ist ungefähr so groß wie ein fünfstöckiges Gebäude. Sie nähert sich dem Mond mit einer Geschwindigkeit von 2.43 km/s. Nach Angaben des Center for Near-Earth Object Studies (CNEOS) wird die Einschlagstelle in der Nähe des Einstein-Kraters auf der sichtbaren Mondseite liegen. Der Astronom Bill Gray, der die mögliche Kollision zuerst erkannt hat, geht davon aus, dass dabei ein neuer Krater mit einem Durchmesser von mehr als 17 Metern entstehen könnte.

Laut Julianna Scheiman, der Direktorin der wissenschaftlichen Missionsprogramme der NASA, wurde die Flugbahn der Rakete durch das Zusammenspiel von Sonnenaktivität und Gravitationskräften verändert. Das Unternehmen führte alle standardmäßigen Passivierungsverfahren durch, darunter das Ablassen von Resttreibstoff und das Abschalten aktiver Systeme. In den energiereichen Flugbahnen des Erde–Mond–Sonne-Systems lassen sich jedoch keine kontrollierten Rückkehrszenarien wie in niedrigen Erdumlaufbahnen anwenden.

Wissenschaftliche Beobachtungen und Folgen

Da keine Atmosphäre vorhanden ist, wird die Raketenstufe vor dem Einschlag nicht abgebremst, und ein großer Teil der kinetischen Energie wird direkt auf die Oberfläche übertragen. Experten schätzen, dass durch den Einschlag aufgewirbelter Regolith mehrere Dutzend Kilometer hoch geschleudert werden könnte. Einige Partikel könnten vorübergehend in den freien Weltraum gelangen. Obwohl der Lichtblitz von bewohnten Gebieten der Erde aus mit bloßem Auge nicht sichtbar sein wird, könnten empfindliche Teleskope ihn erfassen.

Nach dem Ereignis wird die NASA die Einschlagstelle mithilfe des Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) untersuchen, der die Mondoberfläche seit einem Jahrzehnt kartiert. Auch Südkoreas Raumfahrtbehörde KASA plant, den Vorgang mit der Raumsonde Danuri zu beobachten. Die gewonnenen Daten sollen helfen, die Struktur der Staubwolke und zuvor verborgene Oberflächenschichten zu verstehen.

Zukünftige Sicherheit im Weltraum

Dies ist nicht der erste Fall, in dem ein künstliches Objekt mit dem Mond kollidiert. 2009 lenkte die NASA die Centaur-Stufe einer Atlas-5-Rakete in den Cabeus-Krater, um mit der LCROSS-Raumsonde nach Spuren von gefrorenem Wasser zu suchen. 2022 stürzte auch eine chinesische Long March 3B-Rakete auf die Rückseite des Mondes.

Vor dem Hintergrund der Pläne zum Ausbau der Infrastruktur auf dem Mond und der zunehmenden Zahl von Missionen gewinnen solche Vorfälle an Bedeutung. Um künftig das Risiko einer Beschädigung von Raumfahrzeugen zu verringern, untersuchen SpaceX und NASA intensiv neue Verfahren zur Entsorgung von Oberstufen im Erde–Mond–Sonne-System.

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