Indien führt ein neues Geschäftsmodell für sein beliebtes UPI-Zahlungssystem ein

Indien führt ein neues Geschäftsmodell für sein beliebtes UPI-Zahlungssystem ein

Die indische Regierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der das Finanzmodell des beliebten digitalen Zahlungsnetzwerks Unified Payments Interface (UPI) grundlegend verändern soll. Die Initiative könnte die rechtliche Grundlage dafür schaffen, das seit 2020 im Land geltende Nullgebührenmodell zu überarbeiten, bei dem Händlern keine Provisionen berechnet werden. TechCrunch.com berichtet darüber.

Nach Angaben der National Payments Corporation of India verarbeitete das UPI-System allein im Juli dieses Jahres eine Rekordzahl von 23,66 Milliarden Transaktionen. Ihr Gesamtwert belief sich auf 29,88 Billionen Rupien beziehungsweise etwa 313,4 Milliarden US-Dollar. Dieses beispiellose Wachstum hat die Belastung der Systeminfrastruktur stark erhöht.

Finanzielle Stabilität und neue Chancen

Indien führte die kostenlose Zahlungsabwicklung für Händler im Januar 2020 ein, um eine schnelle Verbreitung in der Bevölkerung zu fördern. Seitdem wurde das System jedoch hauptsächlich durch staatliche Subventionen und Anreize finanziert. In den vergangenen Jahren lieferten sich das Finanzministerium, die Zentralbank und private Zahlungsunternehmen hitzige Debatten über die Finanzierung des rasant wachsenden Netzwerks.

Amrish Rau, CEO des Fintech-Unternehmens Pine Labs, unterstützte den Gesetzentwurf im sozialen Netzwerk X und betonte, dass Banken und Start-ups kontinuierliche Investitionen benötigen, um das Netzwerk auszubauen und die Sicherheit zu gewährleisten. Seiner Ansicht nach würde die Erhebung bestimmter Gebühren von Unternehmen bei gleichzeitig kostenlosen Überweisungen zwischen Privatpersonen das System stabiler machen.

Markt- und Analystenprognosen

Der neue Gesetzentwurf schreibt derzeit weder unmittelbar Gebühren für Händlerzahlungen vor noch legt er eindeutig fest, welche Transaktionen erfasst würden. Diese Details sollen später schrittweise präzisiert werden. Dennoch sehen Experten darin den Beginn einer wichtigen Einnahmequelle für die indische Zahlungsbranche.

Laut Economic Times prüfen die Behörden, ob sie mögliche Händlerprovisionen nicht für alle, sondern nur für große Händler begrenzen sollten. Nach Berechnungen von Jefferies könnten geringe Gebühren auf UPI-Transaktionen mit hohem Wert die jährlichen Einnahmen bis zum Geschäftsjahr 2028 um 50 bis 100 Milliarden Rupien erhöhen.

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