Westeuropa Erlebte Den Heißesten Sommer Seit Beginn Der Aufzeichnungen

Westeuropa Erlebte Den Heißesten Sommer Seit Beginn Der Aufzeichnungen

Nach Angaben des europäischen Copernicus-Klimadienstes waren Juni und Juli 2026 in Westeuropa der heißeste Zeitraum seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur lag in diesen beiden Monaten bei 21,62 Grad und damit um genau 2,79 Grad über dem Mittelwert von 1991–2020. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2022 wurde um fast ein halbes Grad übertroffen, was die ökologische und wirtschaftliche Lage in der Region drastisch verschärfte. Dies berichtet Ixbt.com berichtet .

In ganz Europa wurde der Juni als zweitwärmster Monat überhaupt registriert, doch in Westeuropa erreichte die Temperaturabweichung 3,6 Grad. In Frankreich, Deutschland, Großbritannien, der Schweiz und im Nordosten Spaniens lagen die Durchschnittstemperaturen 3–5 Grad über dem Normalwert. Am 26. Juni zeigten die Thermometer im englischen Lingwood 38 Grad an und stellten damit einen absoluten Juni-Rekord für das Land auf. In Wien stieg die Temperatur auf 39,7 Grad.

Erwärmung Der Ozeane Und Sinkende Flusspegel

Die extreme Hitze führte nicht nur an Land, sondern auch in den Weltmeeren zu beispiellosen Veränderungen. Im Juli erreichte die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur in den nichtpolaren Regionen 20,96 Grad und übertraf damit den Rekord aus dem Jahr 2023. In 94 % der Gewässer vor der östlichen Atlantikküste sowie im Mittelmeer lagen die Wassertemperaturen über dem Normalwert.

Die extreme Dürre verkürzte die Flussläufe und fügte der Binnenschifffahrt sowie den Energiesystemen schweren Schaden zu. Am 11. August sank der Pegel des Rheins in Köln auf 55 Zentimeter – den niedrigsten Stand der Geschichte –, woraufhin die Schifffahrt eingestellt wurde. Die niedrigen Wasserstände von Seine, Rhein und Donau zwangen die ungarische Kernkraftanlage Paks und das rumänische Kernkraftwerk Cernavodă, ihre Leistung deutlich zu reduzieren.

Beispiellose Waldbrände Und Wirtschaftliche Verluste

Extreme Hitze und Dürre lösten in ganz Europa großflächige Brände aus. Bis zum 6. August wurden in der Region 15.528 große Brände registriert, und eine Fläche von fast 5.000 Quadratkilometern fiel den Flammen zum Opfer. Das war doppelt so viel wie der Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre. Besonders schwer betroffen waren Frankreich, Spanien und Griechenland.

Experten schätzen die wirtschaftlichen Verluste auf 180 Milliarden Euro. Das entspricht fast 1 % des Bruttoinlandsprodukts der Europäischen Union und macht das erwartete Wirtschaftswachstum nahezu vollständig zunichte. Sinkende Ernteerträge in der Landwirtschaft sowie eine geringere Arbeitsproduktivität bei heißem Wetter belasteten die Wirtschaft zusätzlich. Nach vorläufigen Angaben führte die zweiwöchige Hitze-Spitzenperiode Ende Juni in Europa zu fast 14.000 zusätzlichen Todesfällen.

Klimaforscher erklären die Situation mit einem blockierenden Hochdruckgebiet, das über Westeuropa verharrte. Infolge der raschen Erwärmung der Arktis zerfielen die Luftströmungen, sodass sich heiße Luft aus der Sahara lange über derselben Region hielt. Experten betonen, dass Hitzewellen dieser Art heute zehnmal wahrscheinlicher sind als im Jahr 2003, und warnen, dass die schwierigen Wetterbedingungen bis Ende August anhalten könnten.

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