Netanyahu in Panik: Araber sorgen bei Wahlen in Israel für Sensation und durchkreuzen seine Pläne

Netanyahu in Panik: Araber sorgen bei Wahlen in Israel für Sensation und durchkreuzen seine Pläne

Während die Ergebnisse der Parlamentswahlen in Israel auf die Zielgerade zusteuern, nimmt die Spannung auf der politischen Bühne zu. Nach Auszählung von 97 Prozent der Stimmen konnte weder der von Premierminister Benjamin Netanjahu geführte rechte Block noch die Opposition die erforderlichen 61 Sitze für eine Mehrheit erreichen.

Die größte Überraschung dieses Wahlrennens ist die außerordentlich hohe Wahlbeteiligung der arabischen Bürger Israels. Mit 19 Sitzen im Parlament werden sie zur entscheidenden politischen Kraft, die über die Bildung oder den Sturz einer neuen Regierung bestimmt.

Warum sind die arabischen Wähler so aktiv geworden?

Die Araber, die mindestens 21 Prozent der israelischen Bevölkerung (etwa 2,2 Millionen Menschen) ausmachen, haben bei dieser Wahl eine historische Geschlossenheit gezeigt:

  • Einfluss der Lage in Palästina: Die aggressive Politik der Netanjahu-Regierung in den palästinensischen Gebieten und die anti-arabischen Äußerungen radikaler Minister (darunter Smotrich) zwangen die Bevölkerung dazu, ihre Stimme auf legalem Weg zu erheben.

  • Ansturm am Morgen und Netanjahus Sorge: In arabisch geprägten Städten gab es bereits kurz nach Öffnung der Wahllokale einen massiven Andrang. Angesichts dieser Aktivität geriet Netanjahu in Panik und sah sich gezwungen, seine Anhänger über soziale Medien dazu aufzurufen, „schnell aus dem Haus zu gehen und zu wählen“.

  • 19 Mandate im Parlament: Dieser Erfolg der arabischen Parteien verschafft ihnen den größten Einflusshebel auf der israelischen politischen Bühne der letzten Jahre.

Das entscheidende Geheimnis: Über 400.000 „Doppelumschlag-Stimmen“

Der 4. November wurde als Frist für die Bekanntgabe der endgültigen offiziellen Ergebnisse festgelegt. Der Hauptfaktor, der den Prozess derzeit verzögert, sind die Stimmen der Wähler in Sonderkategorien:

  • Wer gehört dazu: Militärangehörige, Diplomaten, Patienten in Krankenhäusern, Gefangene und Bürger, die das Recht haben, außerhalb ihres Wohnortes zu wählen.

  • Keine Erlaubnis für Personen im Ausland: Israelischen Bürgern, die im Ausland leben oder sich auf Reisen befinden, ist die Teilnahme an der Wahl gesetzlich nicht gestattet.

  • Warum „Doppelumschlag“: Jeder Stimmzettel wird in zwei Umschläge gelegt. Im ersten Umschlag werden die persönlichen Daten des Wählers überprüft, um sicherzustellen, dass er nicht bereits in seinem Hauptwahlbezirk gewählt hat; erst danach wird die Stimme aus dem zweiten Umschlag in die Gesamtzählung aufgenommen. Genau aus diesem Grund erfordert die Auszählung der über 400.000 Stimmen zusätzliche Zeit.

Werden sich die Araber der Opposition anschließen oder findet Netanjahu wieder einen Ausweg?

Derzeit dreht sich die politische Intrige um ein mögliches Bündnis zwischen arabischen Abgeordneten und der Opposition:

  • Die Bedingung der „Vereinigten Liste“: Die arabischen Parteien sind bereit, eine Oppositionskoalition nur mit dem Ziel zu unterstützen, Netanjahu aus dem Amt zu entfernen, wollen jedoch nicht Teil eines radikalen Militärblocks unter der Führung des ehemaligen Generalstabschefs Eisenkot werden.

  • Spannungen innerhalb der Opposition: Auch innerhalb des Oppositionslagers gibt es ernsthafte Meinungsverschiedenheiten darüber, ob arabische Abgeordnete in die Regierung aufgenommen werden sollten.

  • Gefahr neuer Wahlen: Sollte sich die Opposition nicht mit den Arabern einigen können und keine Koalition bilden, spielt die Situation erneut Netanjahu in die Hände: Er könnte Neuwahlen ansetzen und versuchen, seine Macht zu behalten, indem er die Schwäche der Opposition als Vorwand nutzt.

Das Schicksal des israelischen Parlaments steht auf Messers Schneide. Die Zeit bis zum 4. November wird zeigen, ob es zu einem großen politischen Umbruch im Land kommt oder ob eine weitere langwierige Regierungskrise beginnt.

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