Debbie Hewitt fordert Transparenz von der FIFA-Führung

Debbie Hewitt fordert Transparenz von der FIFA-Führung

Die Vorsitzende der englischen Football Association (FA), Debbie Hewitt, hat scharfe Kritik an FIFA-Präsident Gianni Infantino geübt und die Offenlegung aller internen Dokumente zu den jüngsten Skandalen des Verbandes gefordert. Laut BBC Sport fordert Hewitt, die auch als FIFA-Vizepräsidentin fungiert, vor der nächsten Sitzung des FIFA-Rates am 15. Oktober strikte Transparenz und eine Klärung der Governance-Probleme. Dies berichtet Goal.com berichtet.

In einem offiziellen Schreiben an FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström wurden der Niedergang des globalen Fußball-Governance-Systems und die Erosion der Unternehmenskultur scharf verurteilt. Einer der Hauptgründe für den Konflikt ist das Projekt FIFA Forward Enterprise (FFE). Im Rahmen dieser Initiative war geplant, eine neue Gesellschaft zur Verwaltung der kommerziellen Rechte und Ticketrechte für die Weltmeisterschaft und andere große Turniere zu gründen, wobei 21 Prozent der Anteile an einen Private-Equity-Fonds verkauft werden sollten.

Der Fall Folarin Balogun und politische Einflussnahme

Neben kommerziellen Fragen fordert die FA auch eine Erklärung zur unerwarteten Aufhebung der Sperre des US-Nationalstürmers Folarin Balogun. Der 25-jährige Spieler, der im Spiel gegen Bosnien und Herzegowina die Rote Karte sah, hätte eigentlich eine automatische Ein-Spiel-Sperre verbüßen müssen. Er erhielt jedoch überraschend die Spielberechtigung für das Achtelfinale gegen Belgien.

Dieser Vorfall hat in der Fußballwelt für große Besorgnis gesorgt, insbesondere nach Berichten, wonach US-Präsident Donald Trump persönlich den FIFA-Chef angerufen haben soll, um eine Überprüfung der Situation zu erbitten. Die FIFA gab keine detaillierte Stellungnahme ab und verwies lediglich darauf, dass sie auf der Grundlage einer Klausel gehandelt habe, die eine vorübergehende Aussetzung der Sperre ermöglicht, was die nationalen Verbände jedoch nicht zufriedenstellte.

Schwere internationale Konflikte

Die Kontroversen um das FFE-Projekt haben auch rechtliche Konsequenzen nach sich gezogen. So hat die UEFA über drei US-Gerichte ein Strafverfahren gegen Gianni Infantino eingeleitet und die Herausgabe aller relevanten Dokumente gefordert. Zudem veröffentlichten die UEFA, die CONCACAF und die Asian Football Confederation einen gemeinsamen offenen Brief, in dem sie die FIFA-Führung des Vertrauensbruchs beschuldigten.

Die Zentrale in Zürich wies diese Vorwürfe zurück und beschuldigte die UEFA-Führung, eine „Schmutzkampagne“ gegen die FIFA und ihre Führungskräfte zu führen. Dennoch wächst der Druck auf Infantino weiter. Die Fußballverbände von England, Wales und Schottland gehörten zu den ersten Organisationen, die ihre Unterstützung für die geplante Wiederwahlkampagne des FIFA-Präsidenten offiziell zurückzogen.

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