Energieknappheit in Moskau: Russische Rechenzentren könnten nach Minsk umziehen

Vor dem Hintergrund einer wachsenden Energieknappheit in Russland hat die belarussische Regierung russische Unternehmen dazu eingeladen, ihre Datenverarbeitungszentren (Rechenzentren) auf ihr Staatsgebiet zu verlagern. Minsk hat seine Bereitschaft erklärt, nicht nur die Energieversorgung zu garantieren, sondern auch ganze Rechenzentrums-Cluster in Grenzregionen zu schaffen, einschließlich eines „Moskau — Minsk“-Korridors. Dies berichtet Ixbt.com .
Diese Initiative wird derzeit auf Ebene der Branchenverbände beider Länder diskutiert. Der Leiter des belarussischen Verbands für Hochtechnologien und digitale Infrastruktur, Alexey Sventitsky, und der Präsident des russischen Verbands der Rechenzentrums-Branche, Igor Dorofeyev, haben vereinbart, spezielle Vorschläge für die Arbeitsgruppen des Unionsstaates auszuarbeiten. Es geht dabei nicht nur um den Bau einzelner Standorte, sondern um die großflächige Migration von Rechenkapazitäten in Regionen mit Energieüberschuss.
Die Diskussionen wurden durch den Mangel an Strom für den Bau neuer Rechenzentren in Russland, insbesondere in Moskau, ausgelöst. Experten weisen darauf hin, dass Belarus bis 2026 einen Energieüberschuss beibehalten wird und die Verlagerung eines Teils der Infrastruktur die Belastung des russischen Energiesystems erheblich verringern könnte.
Die Umsetzung solcher Projekte erfordert jedoch einen einheitlichen regulatorischen Rahmen für die Datenspeicherung und -verarbeitung. Bisher bleibt das Fehlen eines einheitlichen Rechtsraums innerhalb des Unionsstaates das Haupthindernis. So schreibt die russische Gesetzgebung beispielsweise vor, dass Datenbanken mit personenbezogenen Daten zwingend auf dem Territorium des Landes gespeichert werden müssen.
Zudem sind für Rechenzentrums-Cluster nicht nur freie Energiekapazitäten, sondern auch Hochgeschwindigkeits-Kommunikationskanäle mit minimaler Latenz entscheidend. Daher werden derzeit vor allem Projekte in den Grenzregionen beider Länder als realistisch angesehen.
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