Japan nimmt weltweit größtes AKW in Betrieb: Krise um Atommüll verschärft sich

Japan nimmt weltweit größtes AKW in Betrieb: Krise um Atommüll verschärft sich

Im Rahmen seiner Strategie zur Bewältigung der globalen Energiekrise und zur Verringerung der Abhängigkeit von importierten Ressourcen hat Japan Reaktor 6 des Kashiwazaki-Kariwa-Kraftwerks, des weltweit größten Kernkraftwerks, wieder in Betrieb genommen. Obwohl dieser Schritt für die Wirtschaft des Landes von entscheidender Bedeutung ist, äußern Branchenexperten ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Lagerung von Atommüll. Laut ixbt.com hat die Reaktivierung des Kraftwerks das heikelste Problem der japanischen Atomindustrie – die Entsorgung abgebrannter Brennelemente – wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Dies berichtet Nachrichten von

Ixbt.com.

Der Betreiber des Kraftwerks Kashiwazaki-Kariwa, die Tokyo Electric Power Company Holdings (TEPCO), hatte den Betrieb der Anlage aufgrund eines nationalen Moratoriums, das nach der Katastrophe von Fukushima-1 im Jahr 2011 eingeführt wurde, eingestellt. Nun wurden in Reaktor 6 Filtersysteme und zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz vor Wasserstoffexplosionen installiert. Dennoch warnte der General Manager des Kraftwerks, Takeyuki Inagaki, dass die Stromerzeugung früher oder später zum Erliegen kommen werde, wenn es keinen nachhaltigen Plan für den Umgang mit dem Brennstoff gebe.

Überfüllte Abfalllager

Nach Angaben des Japan Atomic Industrial Forum werden die Brennelement-Lagerbecken in mindestens drei Kernkraftwerken des Landes innerhalb der nächsten fünf Jahre vollständig gefüllt sein. Im Kraftwerk Kashiwazaki-Kariwa selbst hat der Füllstand des Beckens von Reaktor 6 bereits 88 Prozent erreicht. Dies deutet darauf hin, dass kein Platz mehr für neue Brennelemente vorhanden ist.

Die japanische Regierung prüft derzeit zwei Möglichkeiten zur Lösung dieses Problems: die Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente zur Gewinnung von Plutonium und Uran oder die direkte Endlagerung als Abfall. Die offizielle Regierung in Tokio setzt aufgrund begrenzter Ressourcen auf die Wiederaufarbeitung, doch diese Technologie ist noch nicht vollständig ausgereift. Infolgedessen hat das Land große Mengen an Plutonium angesammelt, die für die Herstellung Tausender Atomsprengköpfe ausreichen würden.

Die Option der abgelegenen Pazifikinsel

Um die Situation zu lösen, prüft die japanische Regierung die Möglichkeit, ein permanentes Endlager auf der Insel Minamitorishima zu errichten, die fast 2.000 Kilometer südlich von Tokio liegt und keine ständige Bevölkerung hat. Diese Initiative wird jedoch von Experten und lokalen Behörden scharf kritisiert. Sie sind der Meinung, dass die Wahl eines so abgelegenen und schwer zugänglichen Gebiets eher eine politische als eine technische Entscheidung sei.

  • Die vom japanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie vorgelegten Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Krise in diesem Sektor:
  • Stand Dezember 2025 haben sich in 17 Kernkraftwerken mehr als 17.000 Tonnen abgebrannter Brennstoffe angesammelt;
  • Die Gesamtkapazität der bestehenden Lagerstätten ist zu über 80 Prozent ausgelastet;
Von den 54 Reaktoren des Landes haben bisher nur 15 ihren Betrieb wieder aufgenommen.

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