Südkorea leidet unter Gasengpass für die Chipproduktion

Südkorea leidet unter Gasengpass für die Chipproduktion

Südkorea, eines der weltweiten Zentren der Halbleiterindustrie, verzeichnet einen starken Rückgang der Reserven an hochreinem Kohlendioxid (CO2), das für die Herstellung moderner Mikrochips von entscheidender Bedeutung ist. Dieser Rohstoffmangel könnte nicht nur bei regionalen Herstellern, sondern weltweit zu Preissteigerungen bei Speicherchips und Elektronik führen. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten berichtet.

Wie The Elec unter Berufung auf zuverlässige Branchenquellen berichtet, verfügen die Chiphersteller und deren Zulieferer in Südkorea derzeit über Gasreserven für weniger als einen Monat. Normalerweise halten Unternehmen eine zweiwöchige Betriebsreserve vor, was es ermöglicht, die Produktion auch bei Lieferunterbrechungen einen Monat lang stabil zu halten. In der aktuellen Situation hat der Rückgang des Angebots jedoch ein besorgniserregendes Niveau erreicht.

Samsung und SK hynix gefährdet

Die Technologiegiganten Südkoreas sind die Hauptverbraucher dieses Gases. Berichten zufolge verbraucht Samsung Electronics monatlich etwa 1.800–2.000 Tonnen hochreines CO2, während SK hynix 600–700 Tonnen benötigt. Bisher hat dieser Mangel nicht zu Fabrikschließungen geführt, aber beide Unternehmen versuchen, ihre zusätzlichen Einkaufsmenge zu erhöhen.

Marktteilnehmer betonen, dass die Hersteller zwar bereit sind, höhere Preise für das Gas zu zahlen, es jedoch immer schwieriger wird, zusätzliche Rohstoffmengen auf dem Markt zu finden. Dies deutet darauf hin, dass es zu ernsthaften Unterbrechungen in der Produktionskette kommen könnte.

Warum ist dieses Gas so wichtig?

Hochreines Kohlendioxid wird im Prozess der überkritischen Reinigung (supercritical cleaning) von Halbleiterwafern eingesetzt. In diesem Zustand besitzt CO2 gleichzeitig die Eigenschaften einer Flüssigkeit und eines Gases. Dieser einzigartige Zustand ermöglicht die effektive Entfernung von Verunreinigungen aus den extrem dünnen und dicht gepackten Strukturen moderner Chips. Ohne diese Technologie ist die Herstellung von Hochleistungs-Mikrochips nahezu unmöglich.

Die Hauptursache für den Mangel liegt in der zurückgegangenen Rohstoffproduktion. Dieses Gas wird als Nebenprodukt der Erdölraffination, der petrochemischen Industrie und der Wasserstoffproduktion gewonnen. Die gesunkene Kapazität petrochemischer Anlagen in Südkorea und die Instabilität der Ölversorgung aufgrund geopolitischer Spannungen im Nahen Osten haben die Situation weiter verschärft.

Seit Beginn des Jahres 2024 ist der Preis für verflüssigtes CO2 um etwa 20 Prozent gestiegen. Experten gehen davon aus, dass der Gasengpass mindestens bis zum Jahresende anhalten wird. Sollte sich die Lage nicht bessern, könnte dies zu einer erheblichen Verteuerung von DRAM- und NAND-Speichermodulen auf dem Weltmarkt führen, was wiederum die Preise für Smartphones und Computer beeinflussen wird.

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