Mitternachtssonne: USA genehmigen Weltraumspiegel-Projekt trotz Einwänden von Wissenschaftlern

Mitternachtssonne: USA genehmigen Weltraumspiegel-Projekt trotz Einwänden von Wissenschaftlern

Die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) hat den Antrag des Unternehmens Reflect Orbital genehmigt, einen experimentellen Satelliten mit einer speziellen reflektierenden Beschichtung ins All zu befördern. Das Gerät soll nachts Sonnenlicht auf bestimmte Gebiete der Erde lenken. Die Entscheidung wurde trotz heftiger Einwände von astronomischen Organisationen und Umweltgruppen getroffen. Dies berichtet Ixbt.com berichtet.

Reflect Orbital plant, mithilfe eines steuerbaren Weltraumspiegels einen Lichtfleck mit einem Durchmesser von etwa 5 Kilometern auf der Planetenoberfläche zu erzeugen. Vertreter des Startups betonen, dass diese Technologie nachts zur zusätzlichen Beleuchtung von Solarkraftwerken sowie bei Rettungseinsätzen in Katastrophengebieten sehr nützlich sein könnte. Der erste Demonstrationssatellit namens Eärendil-1 soll in den kommenden Monaten in den Orbit gebracht werden.

Umweltbedenken und astronomische Hindernisse

Das Projekt sieht vor, in Zukunft ein riesiges System aus bis zu 50.000 Satelliten zu schaffen. Gerade der Umfang dieses Systems bereitet der wissenschaftlichen Gemeinschaft große Sorgen. Vor der Entscheidung prüfte die FCC etwa 1.800 Eingaben, von denen die Mehrheit gegen das Projekt war. Experten warnen, dass die künstliche Beleuchtung die Lichtverschmutzung des Nachthimmels erhöhen und natürlichen Ökosystemen schaden könnte.

Laut Roohi Dalal, einer Vertreterin der American Astronomical Society (AAS), könnte das intensive reflektierte Licht Fahrer und Piloten vorübergehend blenden und die Augen von Amateurastronomen schädigen, die den Himmel durch Teleskope beobachten. Zudem würde es die Arbeit professioneller Observatorien erheblich stören. Die FCC erklärte jedoch, dass diese Risiken nicht in ihre Zuständigkeit fallen, da ihre Aufgabe lediglich die Regulierung der Nutzung von Funkfrequenzen sei.

Globale Folgen der Beleuchtung aus dem Weltraum

Laut ixbt.com haben Modellierungsergebnisse des Astronomen Olivier Hainaut gezeigt, dass 50.000 Spiegelsatelliten die Helligkeit des Nachthimmels drastisch erhöhen würden. Infolgedessen könnten selbst geschützte Gebiete mit dunklem Himmel zu lichtverschmutzten Zonen wie am Stadtrand werden. Dies stellt ein großes Hindernis für internationale Großprojekte zur Erforschung des Weltraums dar.

Derzeit werden riesige Teleskope wie das Vera Rubin Observatory, das ELT und das GMT gebaut, um detaillierte Beobachtungen des Universums zu ermöglichen. Dass das von Satelliten gestreute Licht in der Atmosphäre ein weitaus größeres Gebiet als erwartet beleuchtet, beeinträchtigt die Genauigkeit dieser wissenschaftlichen Untersuchungen. Dennoch stellen technologische Startups und Regulierungsbehörden wirtschaftliche Interessen und Innovationen in den Vordergrund.

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