Cyberkriminelle greifen US-Finanzunternehmen per Telefonanruf an

Cyberkriminelle greifen US-Finanzunternehmen per Telefonanruf an

Selbst im Zeitalter von KI und automatisierten Cyberangriffen erzielen die einfachsten und bewährtesten Methoden von Betrügern weiterhin hohe Ergebnisse. Laut ixbt.com führt eine unbekannte Hackerergruppe gezielte Cyberangriffe gegen große Finanz- und Investmentunternehmen in den USA durch. Das Hauptziel dieser Gruppen ist es, vertrauliche Informationen zu stehlen und von den Opfern durch Drohungen mit der Veröffentlichung im Internet Lösegeld zu erpressen. Dies berichtet Techcrunch.com berichtet .

Ein von Google-Sicherheitsforschern veröffentlichter Sonderbericht nennt keine Namen der betroffenen Opfer. Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters stehen jedoch führende Private-Equity-Firmen wie Apollo Global Management, Bain Capital, Blackstone, Bridgewater Associates, CME Group, KKR, Moodyʼs und TPG auf dieser Liste. Experten betonen, dass solche Vorfälle schwerwiegende Sicherheitslücken in großen Finanzorganisationen aufzeigen.

Die Vishing-Methode und ihre Gefahren

Diese von Google als Falcon, Helix, Pink und Redact bezeichneten Hackergruppen nutzen eine sehr veraltete, aber äußerst effektive Methode, um sich Zugang zu Unternehmen zu verschaffen. Dabei rufen Kriminelle auf den privaten Mobiltelefonen von Mitarbeitern an und geben sich als Kollegen oder IT-Supportmitarbeiter aus. Während des Gesprächs versuchen sie, die Opfer dazu zu bringen, ihre Logins, Passwörter und Multi-Faktor-Authentifizierungscodes auf gefälschten Websites einzugeben. Diese in der Cybersicherheit als Voice-Phishing bekannte Methode wird Vishing genannt.

Es hat sich herausgestellt, dass einige der Hackergruppen spezielle Websites betreiben, auf denen sie unter Androhung der Offenlegung gestohlener Daten Lösegeld fordern. Die Kriminellen schreiben auf ihren Websites offen, dass die Verhandlungen professionell geführt werden, die Verbreitung von Daten nicht ihr Hauptziel sei und solche Maßnahmen nur bei verweigerter Kooperation ergriffen würden.

Forschungsergebnisse und umfassende Bedrohungen

Google-Forscher vermuten, dass diese unter verschiedenen Namen agierenden Gruppen tatsächlich Teil einer einzigen großen Gemeinschaft sein könnten, die als UNC6671 überwacht wird. Bisher ist nicht vollständig geklärt, ob es sich um unabhängige Tochtergesellschaften, abgespaltene Gruppen oder die Nutzung einer gemeinsamen Phishing-as-a-Service-Infrastruktur handelt. Experten glauben, dass dies eine koordinierte Aktion ist, um Operationen zu verbergen und der Verantwortung zu entgehen.

Dem Bericht zufolge haben diese Gruppen zuvor bereits große Unternehmen in den Sektoren Fertigung, Immobilien, Gesundheitswesen, Versicherung, Technologie, Transport und Gastgewerbe ins Visier genommen. Damals war das Hauptziel der Hacker die Beschaffung wertvollen geistigen Eigentums, von Quellcodes oder vertraulichen Kundendaten.

In letzter Zeit richten sich die Angriffe jedoch insbesondere auf Rechts- und Finanzorganisationen, insbesondere Private-Equity-Firmen. Die Konzentration auf Organisationen, die sich mit Fusionen, Übernahmen und Kapitalallokation befassen, deutet auf eine Strategie hin, wichtige Unternehmensinformationen zu erlangen, die es Kriminellen ermöglichen, ihre Erpressungsforderungen zu maximieren.

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