Chinesische Wissenschaftler entwickeln neuen selbstheilenden Stoff

Wissenschaftler des Instituts für fortgeschrittene Technologien in Shenzhen, China, haben eine neue Stoffart entwickelt, die als Zukunftstechnologie für die Bekleidungsindustrie gilt. Cordyceps militaris Das aus dem Myzel dieses Pilzes hergestellte Material kann sich selbst reinigen, seine abgenutzte Oberfläche erneuern und vor allem Risse und Löcher selbst reparieren.
Eine weitere ungewöhnliche Eigenschaft des Stoffes ist, dass er auch nach der Verarbeitung zu Kleidung lebendig bleibt.
Wie repariert sich der Stoff, wenn er reißt?
Auf die gerissene oder durchlöcherte Stelle wird eine spezielle Nährlösung aus abgekochtem Kartoffelwasser aufgetragen, anschließend wird ein kleines Stück lebender Pilz daraufgelegt. Dadurch werden die „ruhenden“ Fasern im Stoff aktiviert, beginnen wieder zu wachsen und reparieren die beschädigte Stelle auf natürliche Weise – ganz ohne Klebstoff oder Nähte.
Außerdem ist das Material wasserabweisend. Daher lässt sich Schmutz, der auf seine Oberfläche gelangt, leicht mit Wasser abspülen, sodass sich die Kleidung bis zu einem gewissen Grad selbst reinigt.
Die von Professor Ke Li geleiteten Forscher verwenden Pilzfasern als Grundlage des Stoffes. Durch Zugabe anderer Hefen oder Pilze kann man ihm natürliche Farben verleihen oder ihn vor ultravioletter Strahlung schützen.
Die Möglichkeiten des neuen Stoffes
Stoff Beim Trocknen bei 45 Grad geht er in einen „Ruhezustand“ über und wächst erst wieder, wenn er mit einer Nährlösung versorgt wird. Außerdem können bereits vier daraus gefertigte dünne Streifen einer Belastung von 1 Kilogramm standhalten.
Durch die Behandlung mit Glycerin wird das Material so weich und flexibel wie gewöhnliche Kleidung. Es lässt sich außerdem schneiden, nähen und falten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist seine Umweltfreundlichkeit. Wird das Material vergraben, benötigt es ungefähr 41 Tage, um sich mit dem Boden zu vermischen und zu zersetzen. Das könnte dazu beitragen, Plastik- und Synthetikabfälle zu reduzieren.
Die Tests laufen noch
Dennoch gibt es bei der Erfindung noch ungelöste Fragen. Die Wissenschaftler haben den Stoff bisher nicht in einer Waschmaschine getestet; auch seine Atmungsaktivität und langfristige Haltbarkeit sind noch nicht vollständig erforscht.
Zudem muss die spezielle Lösung zur Reparatur gerissener Stellen derzeit noch von Hand aufgetragen werden.
Die Wissenschaftler Peyelshere haben in Zusammenarbeit mit der Bekleidungsmarke außerdem ein Kleid aus dem Material angefertigt, das an Kleidung aus Science-Fiction-Filmen erinnert.
Experten zufolge wird es noch dauern, bis der neue Stoff massenhaft produziert werden kann. Die Technologie könnte jedoch den Weg in eine Ära der „lebenden Kleidung“ ebnen, deren biologische Eigenschaften sich künftig an unterschiedliche Aufgaben anpassen lassen.

















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