Europas RFA ONE-Rakete nach Testfehler in den Hangar zurückgebracht

Das deutsche Raumfahrtunternehmen Rocket Factory Augsburg (RFA) musste seine erste Rakete RFA ONE vom Testgelände zurück in den Hangar bringen. Diese Entscheidung dürfte den Zeitplan für den ersten Orbitalflug eines der vielversprechendsten Raumfahrtprojekte Europas deutlich verändern. Laut Ixbt.com wollen Experten die beim Test in den Raketensystemen, insbesondere in den Tanks, festgestellte Unregelmäßigkeit eingehend untersuchen. Darüber berichtet Ixbt.com berichtet Ixbt.com.
Der Vorfall ereignete sich während Tests auf dem Weltraumbahnhof SaxaVord auf den schottischen Shetlandinseln. Nach Angaben des Chefs des deutschen Raumfahrtunternehmens OHB, das 65 Prozent der Unternehmensanteile besitzt, mussten die Ingenieure zusätzliche Untersuchungen durchführen, um die Bedeutung der Testergebnisse vollständig zu verstehen. Die genauen Einzelheiten der Fehlfunktion wurden bislang nicht veröffentlicht.
Testfenster gestrichen und Zeitplan geändert
Wegen dieses technischen Problems strich die Verwaltung des Weltraumbahnhofs das für August und September geplante fünfwöchige spezielle Startfenster vollständig. Frühere von SaxaVord veröffentlichte Hinweise hatten darauf hingedeutet, dass der erste Versuch bereits am 10. August dieses Jahres stattfinden könnte. RFA ONE soll die erste Rakete in der Unternehmensgeschichte sein, die einen Orbitalflug absolviert, und ist dafür ausgelegt, etwa 0,5 Tonnen Nutzlast in die Umlaufbahn zu bringen.Die OHB-Führung erklärte, dass die Rakete nach Abschluss der Untersuchungen wieder zum Testgelände gebracht werde. Ein konkreter neuer Termin wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben, und es bleibt unklar, wie viel Zeit die Behebung des Problems in Anspruch nehmen wird. Nach den ursprünglichen Plänen war der erste Testflug von RFA ONE für Ende 2026 vorgesehen.
Unterstützung durch die Europäische Weltraumorganisation und Zukunftspläne
Bemerkenswert ist, dass RFA zu den vier Unternehmen gehört, die im Rahmen des European Launcher Challenge-Programms der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) eine Finanzierung erhalten haben. Im Rahmen des Programms erhielt das Unternehmen 187 Millionen Euro, während der ursprüngliche Transaktionswert 30 Millionen Euro betrug. Ein Teil dieser Mittel soll künftig in die Entwicklung der Version RFA ONE Block 2 fließen, deren Erstflug für 2028 geplant ist.Die aktualisierte Version soll dank modernisierter Triebwerke die Nutzlastkapazität auf 1,5 Tonnen erhöhen und die Bergung der ersten Stufe ermöglichen, sodass diese anschließend wiederverwendet werden kann. Gleichzeitig treibt OHB eine Initiative zur Erhöhung der Startfrequenz der europäischen Schwerlastrakete Ariane 6 voran. Derzeit wird erörtert, wie sich die jährliche Zahl ihrer Flüge von derzeit 9–10 auf 12, 15 oder sogar 20 steigern lässt.

















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