Chinesische Rakete explodiert 85 Sekunden nach dem Start

Chinas Long March 7A Trägerrakete ist während ihres jüngsten Fluges schwer verunglückt. Die Rakete explodierte nur 85 Sekunden nach dem Start vom Raumfahrtzentrum Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan in der Luft. Der Vorfall könnte auch die Termine künftiger Raumflüge beeinflussen. Das berichtete Space.
Der Vorfall ereignete sich demnach gestern, am 10. August gegen 20:02 Uhr Pekinger Zeit Die Trägerrakete Long March 7A sollte den Kommunikationssatelliten Zhongxing-4B in die Umlaufbahn bringen. Die geplante Mission scheiterte jedoch, und die Rakete explodierte 85 Sekunden nach dem Start.
Das Unglück ereignete sich, bevor sich die erste Raketenstufe abtrennte. Dadurch wurde auch der Satellit zerstört, der gemeinsam mit der Rakete in die Umlaufbahn gebracht werden sollte.
Chinas Nachrichtenagentur Xinhua teilte mit, dass sich während des Fluges eine „Notfallsituation“ ereignet habe, die die Explosion verursacht habe. Fachleute führen derzeit Untersuchungen durch, um die genaue Ursache des Unglücks zu ermitteln.
Da Informationen über einen militärischen Status des Satelliten vorliegen, werden möglicherweise nicht alle Einzelheiten des Vorfalls öffentlich gemacht.
Experten vermuten die Ursache des Unglücks
Der Raketenfluganalyst Georgi Trischkin bezeichnete das Unglück als „äußerst erstaunlich“ Seiner Einschätzung nach traten solche gravierenden Ausfälle in der frühen Phase des Wettlaufs ins All, in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, häufig auf. Bei einer modernen Rakete sei ein solcher Vorfall jedoch unerwartet, insbesondere bei ihrem 18. Start.
Nach Ansicht des Experten könnten mehrere Faktoren das Unglück verursacht haben. Dazu zählen technische Mängel im Herstellungsprozess, Fehler bei der Flugplanung oder Störungen an den Raketentriebwerken.
Besonders achten die Fachleute auf mögliche Probleme mit den YF-100-Triebwerken der zentralen Raketenstufe. Dieses Triebwerk wird in verschiedenen chinesischen Raketensystemen häufig eingesetzt.
Sollte die Untersuchung ein schwerwiegendes technisches Problem am Triebwerk feststellen, könnte dies auch Chinas weitere geplante Raumflüge beeinträchtigen. Dann müssten auch andere Raketen mit derselben Triebwerkstechnologie zusätzlich überprüft werden.
Chinas vierter Raumfahrtunfall in diesem Jahr
Der Analyst erklärte, dass in China jedes Jahr mehrere Fehlschläge bei Raketenstarts verzeichnet werden. Dies wird vor allem damit erklärt, dass das Land die Zahl seiner Raumflüge rasch erhöht und neue Raketensysteme in hohem Tempo testet.
Der aktuelle Unfall ist für China jedoch von besonderer Bedeutung. Denn er ist der vierte gescheiterte Raumflug des Landes im Jahr 2026 Der Analyst bezeichnete diese Zahl als Negativrekord unter den Ländern.
Am 17. Januar waren in China zwei Starts am selben Tag gescheitert. Anfang April endete auch der Start der Rakete Tianlong-3 mit einem Unglück. Sie sollte Chinas Antwort auf die wiederverwendbare Falcon 9 sein.
Der zweite Unfall der Long March 7A
Für das Programm Long March 7A ist dies nicht der erste Fehlschlag. Seit dem Erstflug der Rakete im März 2020 konnte sie eine Mission zum zweiten Mal nicht erfolgreich abschließen.
Der Flug am 10. August war zugleich der 18. Start der Rakete. Nach den 17 vorherigen Flügen macht dieses Unglück eine umfassende technische Untersuchung durch chinesische Fachleute erforderlich.
Nun konzentriert sich die Aufmerksamkeit darauf, die genaue Ursache der Explosion zu ermitteln. Die Untersuchungsergebnisse könnten nicht nur für die künftigen Flüge der Long March 7A, sondern auch für die Zukunft anderer chinesischer Raumfahrtprogramme von großer Bedeutung sein.

















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