Cybersicherheitsexperten mit gefälschter Konferenz getäuscht

Cybersicherheitsexperten mit gefälschter Konferenz getäuscht

Angriffe auf Cybersicherheitsexperten enden für Hacker häufig erfolglos, da diese Fachleute jeden Angriff schnell aufdecken können. Dennoch versuchten unbekannte Angreifer kürzlich, mehrere Experten im Vorfeld der großen Sicherheitskonferenzen Black Hat und Def Con in den USA unter dem Deckmantel einer gefälschten Kryptowährungsveranstaltung zu täuschen. Dies berichtete TechCrunch.com .

Laut TechCrunch und dem Sicherheitsunternehmen Huntress gab sich der Betrüger als Mitarbeiter einer führenden Krypto-Nachrichtenseite aus und suchte über die soziale Plattform X, ehemals Twitter, nach Opfern. Der Angreifer kontaktierte potenzielle Ziele über öffentliche Antworten und Direktnachrichten (DMs) und versuchte, sie mithilfe von Google-Docs-Dokumenten zur Installation von Malware zu bewegen.

Gefälschte Veranstaltung und raffinierte Falle

Den von Huntress-Experten veröffentlichten Details zufolge bemerkte ein Mitarbeiter des Unternehmens die verdächtigen Aktivitäten und setzte das Gespräch mit den Betrügern fort, um deren wahre Absichten zu untersuchen. Der Angreifer schrieb in fehlerhaftem Englisch, erkundigte sich nach den Plänen zur Teilnahme an der Veranstaltung und erwähnte eine private Konferenz, die angeblich von einer bekannten Krypto-Plattform organisiert wurde.

Im weiteren Gespräch wurde ein legitimer Google-Docs-Link verschickt, der als Planungsdokument für die gefälschte Konferenz ausgegeben wurde. Das Dokument zeigte eine spezielle Seitenleiste, die den Nutzer mit der Behauptung täuschen sollte, es sei verschlüsselt und geschützt. Das Hauptziel bestand darin, das Opfer zur Eingabe eines vom Betrüger bereitgestellten gefälschten Verschlüsselungsschlüssels zu zwingen.

Methoden zur Verbreitung von Malware

Laut der Analyse von Huntress war die Eingabe des Schlüssels der erste Schritt eines Prozesses, der je nach verwendetem Betriebssystem zur Installation von Malware für macOS oder Windows führte. Um die Seitenleiste vertrauenswürdig erscheinen zu lassen, nutzte der Angreifer die Plattform Google App Script. Damit können Entwickler die Google-Docs-Oberfläche mit Menüs und Seitenleisten anpassen.

Während des Angriffs versuchte der Hacker, die folgenden schädlichen Werkzeuge zu verbreiten:

  • Ein für Apple-Computer entwickelter Infostealer
  • Ein speziell modifiziertes Tool zur Überwachung von Remote-Desktops für Windows
  • Ein gefälschter Installer für die Kryptowährungs-Wallet Ledger
Es stellte sich heraus, dass der Inhaber des Kontos, der die Kampagne organisiert hatte, nicht auf die Bitte von TechCrunch um eine Stellungnahme reagierte. Zwar haben staatlich unterstützte Hacker und nordkoreanische Gruppen bereits zuvor Cybersicherheitsexperten ins Visier genommen, doch dieser Versuch wirkte durch die Verwendung legitimer Google-Dienste und -Dokumente etwas glaubwürdiger. Google hat bislang keine offizielle Stellungnahme zu diesem Vorfall oder ähnlichen Kampagnen abgegeben.

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